Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im April 2018

Arbeitslose Personen und SchulungsteilnehmerInnen

Im Juni 2018 waren 274.667 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet und weitere 66.357 Personen in Schulungen.

Die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen insgesamt ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 33.949 Personen gesunken. Nach dem durchgehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 2011 und 2016 ist damit seit Frühling 2017 ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Im Jänner 2018 konnte in absoluten Zahlen der laut AMS stärkste Rückgang seit 30 Jahren verzeichnet werden.

Nach Personenmerkmalen differenziert ist die Zahl der arbeitslosen Personen und der SchulungsteilnehmerInnen im Juni 2018 bei allen Gruppen gesunken. Bei Personen mit akademischer Ausbildung kam es nur zu einem geringeren Rückgang, der vor allem dadurch zu erklären ist, dass viele geflüchtete Personen erst jetzt Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderung, sowie bei Menschen ohne österreichischer Staatsbürgerschaft ist ebenfalls nur ein schwächerer Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

Im Juni 2018 galten in Österreich 104.950 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Damit ging deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 14.399 Personen zurück. Die verbesserte Wirtschaftslage kommt damit auch bei dieser Gruppe an. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass heute dennoch dreimal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen sind wie noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Juni 2018 um 12,1 Prozent gesunken, in Tirol sogar mehr als doppelt so stark.

Rund jede dritte arbeitslose Person ist langzeitbeschäftigungslos

Aufgrund des Anstiegs in den letzten Jahren gibt es jedoch weiterhin eine große Zahl an langzeitbeschäftigungslosen Menschen, denen es trotz anziehender Konjunktur schwer fällt, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen. Rund ein Drittel aller Arbeitslosen sind von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen. Zumindest für ältere langzeitarbeitslose Menschen wäre die Aktion 20.000 eine wichtige Chance gewesen, um wieder einen existenzsichernden Job, eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung und damit eine hoffnungsvolle Perspektive zu finden.

(Stand: 10. Juli 2018)