Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Juli 2017

Arbeitslose Personen und SchulungsteilnehmerInnen

Im Juli 2017 waren 307.191 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet und weitere 63.165 Personen in Schulungen. Die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 9.293 Personen gesunken. Nach dem durchgehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 2011 und 2016 zeichnet sich damit nun schon seit mehreren Monaten eine offenbar nachhaltige Trendwende am Arbeitsmarkt ab: der Konjunkturaufschwung reicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu senken.

Im Juli 2017 ist die Zahl der arbeitslosen Personen und SchulungsteilnehmerInnen in fast allen Bundesländern gesunken. Einzig Wien (+0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) sowie Vorarlberg (+0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) gab es einen geringen Anstieg. In Tirol und der Steiermark war der Rückgang mit -10,1 Prozent bzw. -6,9 Prozent sehr deutlich.

Nach Personenmerkmalen differenziert ist die Zahl der arbeitslosen Personen und der SchulungsteilnehmerInnen im Juli 2017 nur mehr bei ausländischen StaatsbürgerInnen, älteren Menschen sowie bei Personen mit höherer oder akademischer Ausbildung gestiegen. Der Anstieg bei ausländischen StaatsbürgerInnen lässt sich zu einem großen Teil mit Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten erklären, die nun langsam Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Bei den AkademikerInnen liegt der Anstieg daran, dass insgesamt immer mehr Menschen in Österreich einen akademischen Abschluss haben.

Nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit (2011 bis 2016) ist diese Trendwende durchaus ein Grund zur Freude. Dennoch bleibt die Zahl der arbeitslosen Menschen weiterhin auf einem – für österreichische Verhältnisse – sehr hohen Niveau. Besonders bei vom Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen wie Älteren, langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen oder Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen, kommt der Aufschwung im Moment noch nicht oder nur abgeschwächt an.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich jene Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Menschen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

Im Juli 2017 galten in Österreich 117.442 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Damit ging deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 2.367 Personen zurück. Dabei handelt es sich – nach einem dramatischen Anstieg in den letzten Jahren – nicht nur um den ersten Rückgang der Langzeitbeschäftigungslosigkeit seit Februar 2012, sondern auch um den stärksten Rückgang seit März 2009. Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung scheint damit nun – zumindest in sehr geringem Ausmaß – auch bei dieser der Gruppe anzukommen. Dennoch gibt es weiterhin eine große Zahl an langzeitbeschäftigungslosen Menschen, denen es auch bei anziehender Konjunktur schwer fällt, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Juli 2017 um -2,0 Prozent gesunken, in vielen Bundesländern wie Tirol oder der Steiermark sogar deutlich stärker. Einzig in Niederösterreich und Salzburg gab es auch im aktuellen Monat einen Anstieg bei der Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen.

Mehr als jeder dritte Arbeitslose ist langzeitbeschäftigungslos

Die Zahl der von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffenen Menschen bleibt trotz dieses geringen Rückgangs weiterhin hoch. Im Juli 2017 waren mit 38,2 Prozent deutlich mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, wobei deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern zu Tage treten.

Angesichts dieser Zahlen ist die im März 2017 angekündigte Aktion 20.000 ein wichtiger Schritt, um älteren langzeitbeschäftigungslosen Menschen einen existenzsichernden Job, eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung und damit eine hoffnungsvolle Perspektive anzubieten.

(Stand: 1. August 2017)