Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Juni 2017

Arbeitslose Personen und SchulungsteilnehmerInnen

Im Juni 2017 waren 303.944 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet und weitere 71.029 Personen in Schulungen. Die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 11.799 Personen gesunken. Nach dem durchgehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 2011 und 2016 zeichnet sich damit nun schon seit mehreren Monaten eine Trendwende am Arbeitsmarkt ab: der Konjunkturaufschwung reicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu senken.

Ebenfalls sehr erfreulich ist, dass diese Trendwende seit Mai 2017 nun auch in allen neun Bundesländern angekommen ist. Im Juni 2017 ist die Zahl der arbeitslosen Personen und der SchulungsteilnehmerInnen nur mehr bei ausländischen StaatsbürgerInnen und älteren Menschen gestiegen. Auch bei Personen mit höherer oder akademischer Ausbildung gab es im Juni 2017 einen Anstieg.

Nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit (2011 bis 2016) ist diese Trendwende durchaus ein Grund zur Freude. Dennoch bleibt die Zahl der arbeitslosen Menschen weiterhin auf einem für österreichische Verhältnisse sehr hohen Niveau. Besonders bei vom Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen wie Älteren, langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen oder Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen, kommt der Aufschwung im Moment noch nicht oder nur abgeschwächt an.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich jene Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Menschen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

Im Juni 2017 galten in Österreich 119.349 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Sowohl im Mai als auch im Juni 2017 ging deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um jeweils rund 1.400 Personen zurück. Dabei handelt es sich – nach einem dramatischen Anstieg in den letzten Jahren – um den ersten Rückgang der Langzeitbeschäftigungslosigkeit seit Februar 2012. Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung scheint damit nun – zumindest in geringem Ausmaß – auch bei dieser der Gruppe anzukommen.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Juni 2017 um 1,1 Prozent gesunken, in vielen Bundesländern sogar deutlich stärker. Einzig in Niederösterreich und Salzburg gab es auch im aktuellen Monat noch einen Anstieg bei der Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen.

Mehr als jeder dritte Arbeitslose ist langzeitbeschäftigungslos

Die Zahl der von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffenen Menschen bleibt trotz dieses geringen Rückgangs weiterhin hoch. Im Juni 2017 waren mit 39,3 Prozent deutlich mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, wobei deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern zu Tage treten.

Angesichts dieser Zahlen ist die im März 2017 angekündigte Aktion 20.000 ein wichtiger Schritt, um älteren langzeitbeschäftigungslosen Menschen einen existenzsichernden Job, eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung und damit eine hoffnungsvolle Perspektive anzubieten.