Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Mai 2021

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Die Corona Krise hat zu dramatischen Entwicklungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt geführt: Im April 2020 waren 571.477 Personen ohne Job, so viele wie noch nie zuvor. Ab Mitte April und über den Sommer war die Anzahl der Arbeitslosen wieder leicht rückläufig, sie lag allerdings durchgehend weit über dem Vorkrisenniveau. Im Herbst und Winter war ein erneuter deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Seit März 2021, dem ersten Jahrestag der Krise, kann gegenüber dem Vergleichzeitraum im Vorjahr wieder ein Rückgang verzeichnet werden. Im Mai 2021 waren 316.960 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, weitere 75.400 nahmen an Schulungen teil. Damit waren im Mai 2021 insgesamt 392.360 Menschen ohne Arbeit. Das sind um rund 125.000 Personen weniger als noch im Mai 2020. Trotz dieses Rückgangs, der sich auch in den prozentuellen Veränderungen widerspiegelt, sind immer noch sehr viel mehr Menschen arbeitslos als vor Beginn der Krise.

Im Vergleich zur Arbeitslosigkeit vor einem Jahr, also im Mai 2020, ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen damit um 24,1% gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmer*innen) ist im Vergleich zu Mai 2020 um 156.340 Personen oder 33% gesunken. Die Zahl der Schulungsteilnehmer*innen ist dagegen um 31.379 Personen bzw. 71,1% gestiegen. Das spiegelt die Wiederaufnahme des Kursbetriebs durch das AMS und die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der Corona-Joboffensive wider. Der insgesamt starke Rückgang der beim AMS vorgemerkten Personen ist durch die besonders hohe Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat vor einem Jahr begründet, und nicht durch eine tatsächliche Entspannung am Arbeitsmarkt.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu Mai 2020 zeigt sich über alle Bundesländer und Personengruppen hinweg. Für Frauen fällt er etwas weniger deutlich aus als für Männer (-23,2% bzw. -25%). Auffällig ist auch der unterdurchschnittliche Rückgang für ältere Arbeitnehmer*innen über 50 (-17,4%) und Menschen mit Behinderungen (-7,1%).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet. In den folgenden Grafiken ist die Entwicklung der Anzahl langzeitbeschäftigungsloser Arbeitsloser dargestellt, also jener Menschen, die als arbeitssuchend gemeldet sind und das Kriterium Langzeitbeschäftigungslosigkeit erfüllen.

Anders als die Zahl der Arbeitslosen insgesamt steigt die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr weiter an: Im Mai 2021 galten in Österreich 144.850 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Das sind um rund 26.000 Personen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dieser Anstieg ist etwas weniger hoch als noch in den Vormonaten, aber trotzdem dramatisch. In der angespannten Arbeitsmarktsituation sind kaum Arbeitsaufnahmen möglich. Das führt dazu, dass benachteiligte Menschen es noch schwerer haben, einen Job zu finden. Das WIFO prognostiziert einen weiteren Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosigkeit in den kommenden Monaten. Nach wie vor sind mehr als drei Mal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen als noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Mai 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 21,7% gestiegen.

Langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose sind von der Krise besonders getroffen

Die derzeitige Krise auf dem Arbeitsmarkt erschwert die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen zusätzlich. Deswegen braucht es während und vor allem nach der Akut-Phase der Krise gezielte Maßnahmen und Programme, um diese Gruppe wieder aufzufangen.

(Stand: 01. Juni 2021)