Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Dezember 2019

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Im Dezember 2019 waren 349.795 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet und weitere 58.077 Personen in Schulungen.

Die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen insgesamt ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 6.064 Personen gesunken. Nach dem durchgehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 2011 und 2016 ist damit seit Frühling 2017 ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. In den letzten Monaten hat sich dieser Rückgang allerdings verlangsamt.

Im Dezember 2019 wurde für einige Personengruppen erstmals seit Längerem wieder ein Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet. Besonders betroffen davon sind Ältere (50+) sowie Menschen mit Behinderungen oder sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen. Ein leichter Anstieg zeigt sich außerdem für Personen mit höherer Qualifikation bzw. akademischem Abschluss sowie in vier Bundesländern (Vorarlberg, Steiermark, Kärnten, Oberösterreich).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

Im Dezember 2019 galten in Österreich 99.494 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Mit diesem Rückgang um 7.199 Personen im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen erstmals seit November 2014 wieder mehrere Monate in Folge unter 100.000. Die verbesserte Wirtschaftslage kommt damit auch bei dieser Gruppe an. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass heute dennoch dreimal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen sind wie noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im November 2019 um 6,7 Prozent gesunken. Der Rückgang fällt für Männer sehr viel deutlicher aus als für Frauen.

Fast jede dritte arbeitslose Person ist langzeitbeschäftigungslos

Aufgrund des Anstiegs in den letzten Jahren gibt es jedoch weiterhin eine große Zahl an langzeitbeschäftigungslosen Menschen, denen es trotz anziehender Konjunktur schwer fällt, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen. Fast ein Drittel aller Arbeitslosen sind von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen. Zumindest für ältere langzeitarbeitslose Menschen wäre die Aktion 20.000 eine wichtige Chance gewesen, um wieder einen existenzsichernden Job, eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung und damit eine hoffnungsvolle Perspektive zu finden.

(Stand: 07. Jänner 2020)