Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im November 2021

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Die Corona Krise hat zu dramatischen Entwicklungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt geführt: Im April 2020 waren 571.477 Personen ohne Job, so viele wie noch nie zuvor. Ab Mitte April und über den Sommer war die Anzahl der Arbeitslosen wieder leicht rückläufig, sie lag allerdings durchgehend weit über dem Vorkrisenniveau. Im Herbst und Winter war ein erneuter deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Seit März 2021, dem ersten Jahrestag der Krise, kann gegenüber dem Vergleichzeitraum im Vorjahr wieder ein Rückgang verzeichnet werden. Dieser hat sich nach den Öffnungsschritten ab Mitte Mai verstärkt. Im November 2021 waren 289.340 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Weitere 74.154 Personen nahmen an Schulungen teil. Damit waren im November 2021 insgesamt 363.494 Menschen ohne Arbeit. Das sind um fast 94.000 Personen weniger als noch im November 2020. Damit liegt die Arbeitslosigkeit ungefähr beim Vorkrisenniveau. Im November 2019, also im Vergleichsmonat vor Beginn der Corona-Pandemie, waren rund 366.000 Menschen beim AMS als arbeitssuchend gemeldet oder nahmen an Schulungen teil. Die Ende November gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich noch nicht auf den Arbeitsmarkt aus.

Im Vergleich zur Arbeitslosigkeit vor einem Jahr, also im November 2020, ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen damit um 20,5% gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmer*innen) ist im Vergleich zu November 2020 um 101.518 Personen oder 26% gesunken. Die Zahl der Schulungsteilnehmer*innen ist dagegen um 7.815 Personen bzw. 11,8% gestiegen. Das spiegelt die Wiederaufnahme des Kursbetriebs durch das AMS und die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der Corona-Joboffensive wider. Der insgesamt starke Rückgang der beim AMS vorgemerkten Personen ist vor allem  durch die besonders hohe Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat vor einem Jahr begründet.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu November 2020 zeigt sich über alle Bundesländer und Personengruppen hinweg. Für Menschen mit Pflichtschulausbildung fällt er mit -18,9% weniger deutlich aus als für Personen mit Lehrabschluss (-23,6%). Auffällig ist auch der unterdurchschnittliche Rückgang für Jugendliche (-16,7%) und Menschen mit Behinderungen (-11%).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet. In den folgenden Grafiken ist die Entwicklung der Anzahl langzeitbeschäftigungsloser Arbeitsloser dargestellt, also jener Menschen, die als arbeitssuchend gemeldet sind und das Kriterium Langzeitbeschäftigungslosigkeit erfüllen.

Anders als die Zahl der Arbeitslosen insgesamt steigt die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr weiter an: Im November 2021 galten in Österreich 111.452 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Das sind um 16.027 Personen weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen ist wieder leicht rückläufig, ihr Anteil an allen Arbeitslosen bleibt aber hoch. Nach wie vor sind mehr als drei Mal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen als noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im November 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 12,6% gesunken. Erstmals seit Längerem sind in fast allen Bundesländern Rückgänge zu verzeichnen.

Langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose sind von der Krise besonders getroffen

Die derzeitige Krise auf dem Arbeitsmarkt erschwert die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen zusätzlich. Deswegen braucht es während und vor allem nach der Akut-Phase der Krise gezielte Maßnahmen und Programme, um diese Gruppe wieder aufzufangen.

(Stand: 1. Dezember 2021)