Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Juli 2019

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Im Juli 2019 waren 271.777 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet und weitere 53.429 Personen in Schulungen.

Die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen insgesamt ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 15.387 Personen gesunken. Nach dem durchgehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 2011 und 2016 ist damit seit Frühling 2017 ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Nach Personenmerkmalen differenziert ist die Zahl der arbeitslosen Personen und der Schulungsteilnehmer*innen im Juli 2019 bei fast allen Gruppen weiter gesunken. Einen Anstieg gab es in der Gruppe 50+ sowie Menschen mit Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen. Bei den Männern ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr doppelt so stark zurück wie bei Frauen.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

Im Juli galten in Österreich 96.329 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Mit diesem Rückgang um 7.932 Personen im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen erstmals seit November 2014 wieder zumindest drei Monate in Folge unter 100.000. Die verbesserte Wirtschaftslage kommt damit auch bei dieser Gruppe an. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass heute dennoch dreimal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen sind wie noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Juli 2019 um 7,6 Prozent gesunken. Ähnlich wie bei den Arbeitslosen insgesamt fällt der Rückgang für die Männer deutlicher aus als für Frauen.

Fast jede dritte arbeitslose Person ist langzeitbeschäftigungslos

Aufgrund des Anstiegs in den letzten Jahren gibt es jedoch weiterhin eine große Zahl an langzeitbeschäftigungslosen Menschen, denen es trotz anziehender Konjunktur schwer fällt, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen. Fast ein Drittel aller Arbeitslosen sind von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen. Zumindest für ältere langzeitarbeitslose Menschen wäre die Aktion 20.000 eine wichtige Chance gewesen, um wieder einen existenzsichernden Job, eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung und damit eine hoffnungsvolle Perspektive zu finden.

(Stand: 01. August 2019)