Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im März 2020

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Die Corona Krise führt zu dramatischen Entwicklungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt. Erstmals seit 1945 sind mehr als eine halbe Million Menschen ohne Arbeit: Im März 2020 waren 504.345 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet, weitere 58.177 Personen waren in Schulungen. In Summe waren 562.522 Menschen ohne Arbeit.

In Summe ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen damit um 193.543 Menschen oder 52,5% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Betrachtet man nur die Arbeitslosen ohne Schulungsteilnehmer*innen, so ist deren Zahl im Vergleich zu März 2019 um 199.934 oder 65,7% gestiegen. Dieser Anstieg übertrifft auch die schwierigen Monate der Krise 2009/10 um ein Vielfaches.

Besonders drastisch ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Salzburg (+112,3%) und Tirol (+174,2%). Hier macht sich das vorzeitige Saisonende und die große Bedeutung des Tourismus für den Arbeitsmarkt deutlich bemerkbar. In Bezug auf Altersgruppen zeigt sich, dass Personen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren noch stärker betroffen sind als andere Altersgruppen (+59,2%). Auch in absoluten Zahlen machen sie mit einem Plus von mehr als 121.500 Personen die größte Gruppe aus.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

Im März 2020 galten in Österreich 105.236 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Das sind 2.540 Personen mehr als im März des Vorjahres. Zum ersten Mal seit drei Jahren ist die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen wieder gestiegen. Die massive Krise am Arbeitsmarkt macht sich also bereits jetzt auch schon in dieser Gruppe bemerkbar, ein weiterer Anstieg in den kommenden Monaten ist zu befürchten. Die Arbeitsmarktsituation führt nicht zuletzt auch dazu, dass kaum mehr Arbeitsaufnahmen möglich sind.  Nach wie vor sind mehr als drei Mal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen als noch vor zehn Jahren, Tendenz nunmehr wieder steigend.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im März 2020 um 2,5 Prozent gestiegen. Der Anstieg fällt für Frauen sehr viel deutlicher aus als für Männer.

Langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose sind von der Krise besonders getroffen

Die derzeitige Krise auf dem Arbeitsmarkt erschwert die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen zusätzlich. Deswegen braucht es während und vor allem nach der Akut-Phase der Krise gezielte Maßnahmen und Programme, um diese Gruppe wieder aufzufangen.

(Stand: 01. April 2020)