Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im März 2021

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Die Corona Krise hat zu dramatischen Entwicklungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt geführt: Im April 2020 waren 571.477 Personen ohne Job, so viele wie noch nie zuvor. Ab Mitte April und über den Sommer war die Anzahl der Arbeitslosen wieder leicht rückläufig, sie lag allerdings durchgehend weit über dem Vorkrisenniveau. Im Herbst und Winter war ein erneuter deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Im März 2021, genau ein Jahr nach Beginn der Krise, waren 381.036 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, weitere 76.779 nahmen an Schulungen teil. Damit waren im März 2021 insgesamt 457.817 Menschen ohne Arbeit. Das sind um rund 105.000 Personen weniger als noch im März 2020, dem ersten Krisenmonat vor einem Jahr. Trotz dieses Rückgangs, der sich auch in den prozentuellen Veränderungen widerspiegelt, sind immer noch sehr viel mehr Menschen arbeitslos als vor Beginn der Krise.

Im Vergleich zur Arbeitslosigkeit vor einem Jahr, also im März 2020, ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen damit um 18,6% gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmer*innen) ist im Vergleich zu März 2020 um 123.307 Personen oder 24,4% gesunken. Die Zahl der Schulungsteilnehmer*innen ist dagegen um 18.602 Personen bzw. 32% gestiegen. Der insgesamt starke Rückgang der beim AMS vorgemerkten Personen ist durch die besonders hohe Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat vor einem Jahr begründet, und nicht durch eine tatsächliche Entspannung am Arbeitsmarkt.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu März 2020 zeigt sich über alle Bundesländer und Personengruppen hinweg. Für Frauen fällt er allerdings weniger deutlich aus als für Männer (-13,4% bzw. -22,8%). Auffällig ist auch der unterdurchschnittliche Rückgang für ältere Arbeitnehmer*innen über 50 (-11,2%) und Menschen mit Behinderungen (-0,1%).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet. In den folgenden Grafiken ist die Entwicklung der Anzahl langzeitbeschäftigungsloser Arbeitsloser dargestellt, also jener Menschen, die als arbeitssuchend gemeldet sind und das Kriterium Langzeitbeschäftigungslosigkeit erfüllen.

Anders als die Zahl der Arbeitslosen insgesamt steigt die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr weiter an: Im März 2021 galten in Österreich 146.761 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Das sind um rund 42.000 Personen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Damit sind so viele Arbeitslose langzeitbeschäftigungslos wie noch nie zuvor. In der angespannten Arbeitsmarktsituation sind kaum Arbeitsaufnahmen möglich. Das führt dazu, dass benachteiligte Menschen es noch schwerer haben, einen Job zu finden. Das WIFO prognostiziert einen weiteren Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosigkeit in den kommenden Monaten. Nach wie vor sind mehr als drei Mal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen als noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im März 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 39,5% gestiegen. Der Anstieg fällt für Frauen mit einem Plus von 41,7%  nochmals sehr viel deutlicher aus als für Männer (+37,8%).

Langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose sind von der Krise besonders getroffen

Die derzeitige Krise auf dem Arbeitsmarkt erschwert die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen zusätzlich. Deswegen braucht es während und vor allem nach der Akut-Phase der Krise gezielte Maßnahmen und Programme, um diese Gruppe wieder aufzufangen.

(Stand: 01. April 2021)