Statistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Februar 2022

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer*innen

Die Corona Krise hat zu dramatischen Entwicklungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt geführt: Im April 2020 waren 571.477 Personen ohne Job, so viele wie noch nie zuvor. Ab Mitte April und über den Sommer 2020 war die Anzahl der Arbeitslosen wieder leicht rückläufig, sie lag allerdings durchgehend weit über dem Vorkrisenniveau. Im Herbst und Winter war ein erneuter deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Seit März 2021, dem ersten Jahrestag der Krise, kann gegenüber dem Vergleichzeitraum im Vorjahr wieder ein Rückgang verzeichnet werden. Dieser hat sich nach den Öffnungsschritten ab Mitte Mai verstärkt, der erneute Lockdown im Winter 2021 hatte bisher keine gravierenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im Februar 2022 waren 302.697 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Weitere 74.164 Personen nahmen an Schulungen teil. Damit waren im Februar 2022 insgesamt 376.861 Menschen offiziell ohne Erwerbsarbeit. Das sind um 132.062 Personen weniger als noch im Februar 2021. Damit liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter Vorkrisenniveau. Im Februar 2020, also im Vergleichsmonat unmittelbar vor Beginn der Corona-Pandemie, waren rund 399.359 Menschen beim AMS als arbeitssuchend gemeldet oder nahmen an Schulungen teil.

Im Vergleich zur Arbeitslosigkeit vor einem Jahr, also im Februar 2021, ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen damit um 25,9% gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmer*innen) ist im Vergleich zu Februar 2021 um 134.285 Personen oder 30,7% gesunken. Die Zahl der Schulungsteilnehmer*innen ist dagegen um 2.223 Personen bzw. 3,1% gestiegen. Das spiegelt die Wiederaufnahme des Kursbetriebs durch das AMS und die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der Corona-Joboffensive wider. Der insgesamt starke Rückgang der beim AMS vorgemerkten Personen ist vor allem  durch die besonders hohe Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat vor einem Jahr begründet.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu Februar 2021 zeigt sich über alle Bundesländer und Personengruppen hinweg. Besonders deutlich fällt er in den westlichen Bundesländern aus, wo der Wintertourismus für den Arbeitsmarkt eine besonders große Bedeutung hat. Auffällig ist zudem der unterdurchschnittliche Rückgang für Jugendliche unter 25 Jahren (-21,6%) und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (-20%).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet. In den folgenden Grafiken ist die Entwicklung der Anzahl langzeitbeschäftigungsloser Arbeitsloser dargestellt, also jener Menschen, die als arbeitssuchend gemeldet sind und das Kriterium Langzeitbeschäftigungslosigkeit erfüllen.

Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen sinkt derzeit wieder leicht, wenn auch deutlich langsamer als die Arbeitslosigkeit insgesamt: Im Februar 2022 galten in Österreich 105.649 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose. Das sind um 34.938 Personen weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen ist wieder leicht rückläufig, ihr Anteil an allen Arbeitslosen bleibt aber hoch. Nach wie vor sind mehr als drei Mal so viele Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen als noch vor zehn Jahren.

In relativen Zahlen betrachtet ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 24,9% gesunken. Erstmals seit Längerem sind in allen Bundesländern deutliche Rückgänge zu verzeichnen.

Langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose sind von der Krise besonders getroffen

Die derzeitige Krise auf dem Arbeitsmarkt erschwert die Situation für Menschen, bei denen mehrere Vermittlungshemmnisse wie Alter, Langzeitarbeitslosigkeit oder gesundheitliche Probleme zusammentreffen zusätzlich. Deswegen braucht es während und vor allem nach der Akut-Phase der Krise gezielte Maßnahmen und Programme, um diese Gruppe wieder aufzufangen.

(Stand: 02. März 2022)