Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist am besten geeignet, um lange andauernde Arbeitslosigkeit zu messen

Die vom AMS Österreich gemessene Langzeitarbeitslosigkeit ist aufgrund ihrer leichten Beeinflussbarkeit nicht geeignet, um lange andauernde, verfestigte Arbeitslosigkeit zu messen. Besser möglich ist dies mit dem vom AMS im Jahr 2002 eingeführten Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit: Dafür werden verschiedene AMS-Vormerkepisoden – unter anderem Arbeitslosigkeit, Schulung oder Lehrstellensuche – zu einem „Geschäftsfall“ zusammengefasst, und dieser erst bei einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet (z.B. bei einer Arbeitsaufnahme oder einem Auslandsaufenthalt). Als langzeitbeschäftigungslos gelten Menschen mit einer Geschäftsfalldauer von mehr als einem Jahr, wobei Unterbrechungen nicht mitgerechnet werden.

Durch den Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit werden also nicht nur Schulungszeiten gleich wie Arbeitslosigkeit behandelt, sondern auch längere Unterbrechungen als bei der Langzeitarbeitslosigkeit erlaubt. Wenn langzeitbeschäftigungslose Personen eine Erwerbstätigkeit finden, diese jedoch nach wenigen Wochen wieder verlieren, gelten sie damit weiterhin langzeitbeschäftigungslos. Dies ist wichtig, da sich durch die kurze Phase der Erwerbstätigkeit nichts an der Arbeitsmarktsituation der Betroffenen geändert hat.

Aus der Perspektive von arbeit plus ist die Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich besser geeignet, um lange dauernder Arbeitslosigkeit und schweren Problemen beim Wiedereinstieg ins Erwerbsleben aufzuzeigen, als der in der Öffentlichkeit öfter verwendete Begriff der Langzeitarbeitslosigkeit. Gleichzeitig muss jedoch bedacht werden, dass das AMS durch längere Schulungen auch selbst Langzeitbeschäftigungslosigkeit erzeugt.

Im Statistikteil unserer Website finden Sie weitere Informationen zur Langzeitbeschäftigungslosigkeit im aktuellen Monat, sowie zur langfristigen Entwicklung in den letzten Jahren.