Arbeitsmarktpolitik für alle! – Tag der Arbeitslosen 2022

Podium der Pressekonferenz
Podium der arbeit plus Pressekonferenz anl. des Tages der Arbeitslosen 2022: Manuela Vollmann, Sabine Rehbichler, Martin Schenk Foto: © arbeit plus / Brigitte Gradwohl

Im Vorfeld des Tages der Arbeitslosen 2022 lud arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich gemeinsam mit einigen Landesnetzwerken zu einer hybriden Pressekonferenz. Nach Inputs vom Podium hatten Journalist*innen in Sozialen Unternehmen in Linz, Salzburg, Wien und Graz die Möglichkeit, die Unternehmen und jene Personen, die in diesen Betrieben beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt werden, kennenzulernen.

arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich fordert anlässlich des Tages der Arbeitslosen endlich arbeitsmarktpolitische Lösungen, die niemanden zurücklassen

AMS und BMA vermelden positive Zahlen. Die bestehenden Maßnahmen und die positive konjunkturelle Entwicklung wirken gegen Arbeitslosigkeit. Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich zwar entspannt, aber die Probleme, die Menschen zu Langzeiterwerbsarbeitslosen machen, sind noch lange nicht gelöst.

arbeit plus, das Netzwerk von mehr als 200 Sozialen Unternehmen in ganz Österreich beobachtet, dass die Rahmenbedingungen und Unterstützung für bestimmte Gruppen unzureichend sind: Für Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen, für Menschen, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen müssen und für ältere Menschen. Diese Menschen sind seit vielen Jahren die Zielgruppe von den Sozialen Unternehmen von arbeit plus. Corona hat die ohnehin schon schwierigen Lebensumstände oft noch verschärft.

„Konkrete Erfahrungen aus unseren Betrieben zeigen, dass 99,5% der Menschen arbeiten wollen. Dazu müssen aber die Rahmenbedingungen passen, der Arbeitsmarkt muss sich verändern und es braucht eine Arbeitsmarktpolitik für alle – das kommt auch dem Ruf der Wirtschaft nach Arbeitskräften zugute,“ so Sabine Rehbichler, Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich.

„Jede dritte Person ist von Verringerung des Haushaltseinkommens betroffen, besonders Arbeitslose, prekär Beschäftigte, Alleinerziehende und Kinder. Jetzt werden Energie, Mieten und Lebensmittel teurer. In ganz Österreich wird nach Möglichkeiten gesucht, wie man die Betroffenen am besten vor dem Absturz bewahrt. Nur in der Arbeitsmarktpolitik schließt man noch immer nicht aus, bei den am meisten Gefährdeten zu kürzen. Alle Studien aus der Krise zeigen, wie wichtig ein existenzsicherndes und gutes Arbeitslosengeld ist, wie massiv sich beengtes Wohnen auf Bildung und Gesundheit der Kinder auswirkt – und wie stark Depressionen und Einsamkeit mit Existenzangst verbunden sind,“ Martin Schenk von der Armutskonferenz.

„Der Arbeitsmarkt der Zukunft bietet neue Chancen in verschiedensten Berufen. Es wird noch mehr darum gehen, Anpassungsfähigkeit, Umweltbewusstsein, Innovationsfähigkeit, Kommunikations- und Verhandlungsfähigkeit zu erwerben. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es die Verbindung von Arbeiten und Lernen und Beschäftigungsmodelle, die das Erlernen dieser Fachkenntnisse und Fähigkeiten praxisnah ermöglichen,“ betont arbeit plus Vorstandsvorsitzende Manuela Vollmann die Rolle Sozialer Unternehmen.

Soziale Unternehmen unterstützen mit Menschen dabei, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sie sind Expertinnen für Sozialpolitik und wissen, was langzeitbeschäftigungslose Menschen brauchen: eine aktive Arbeitsmarktpolitik, neue Modelle und alternative Lösungen für Menschen, für die es derzeit keine ausreichenden Angebote am sogenannten ersten Arbeitsmarkt gibt. Außerdem verbinden sie den sozialen Gedanken mit Klimaschutz, weil viele der Betriebe im Bereich Reuse und Recycling tätig sind.

Job-TransFair gemeinnützige GmbH für Beratung, Beschäftigung und FAIRmittlung stellt sich vor

Job-TransFair findet langfristige neue Arbeitsstellen für Menschen, die es aus unterschiedlichen Gründen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Hierfür baut die Tochter des BFI Wien auf gemeinnütziges Integrationsleasing in Zusammenarbeit mit Arbeitgeber*innen im Raum Wien. Diese geben den teilnehmenden Transitarbeitskräften neue Chancen in ihren Betrieben und sind dazu bereit, sie nach einer Erprobungsphase in ein festes Dienstverhältnis zu übernehmen. Transitarbeitskräfte erhalten bei Job-TransFair die Möglichkeit, ihre Talente und Fähigkeiten zu entdecken und zu erproben, bei Bedarf auch im sozialökonomischen Betrieb DIE KÜMMEREI. Multiprofessionelle FAIRmittlungsteams aus Personalberater*innen, Trainer*innen und Sozialarbeiter*innen beraten und begleiten sie auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben und suchen Lösungen für jegliche Hindernisse, die sich dabei ergeben. Dabei werden auch neueste digitale Technologien in der Beratung eingesetzt, um die Kompetenzen der Transitarbeitskräfte zu erheben und ein bestmögliches Matching mit den Anforderungen der Partnerunternehmen sicherzustellen. Job-TransFair wird aus Mitteln des Arbeitsmarktservice Wien finanziert.

„Der Mehrwert von Job-TransFair ist der niederschwellige Zugang zu unseren Programmen für viele Arbeitsuchende. Wir begleiten die Menschen, die bei uns andocken, Schritt für Schritt zum passenden Job. Von der Beratung, wo es darum geht, herauszufinden, was ich gut kann, über das praktische Ausprobieren, dem Training on the Job in der KÜMMEREI bis zur begleiteten Überlassung bei einer von tausenden Partnerfirmen. Dort können unsere Transitarbeitskräfte ihre Fähigkeiten bis zu einem Jahr unter Beweis stellen und sich dabei möglichst unentbehrlich machen. Mehr als 90 % von ihnen gelingt danach der Umstieg in einen fixen Job, mehr als zwei Drittel behalten ihn dann auch dauerhaft,“ sagt Thomas Rihl, Geschäftsführer von Job-TransFair.

Die Forderungen von arbeit plus, dem Netzwerk Sozialer Unternehmen in Österreich

  • Wir fordern längerfristig geförderte Beschäftigung, die Perspektiven und gerechte Entlohnung für jene bietet, denen der erste Arbeitsmarkt derzeit nichts zu bieten hat – innovativ gesellschaftliche Bedürfnisse deckt und die wirtschaftliche Entwicklung fördert.
  • Dazu braucht es alternative Beschäftigungsinitiativen, die gesellschaftliche Herausforderungen verbinden wie die Unterstützung der regionalen Kreislaufwirtschaft im Sinne einer sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit.
  • Genauso muss die Gleichstellung von Frauen und Männern endlich ernsthaft gefördert werden, indem endlich Kinderbetreuung ausgebaut, Pflege aufgewertet und durch gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit Arbeitsplätze geschaffen werden.
  • Außerdem benötigt es vermehrte Förderung von treffsicheren Modellen, die Arbeiten und Lernen verbinden und „Training on the Job“ anbieten. Chancen aus Kooperationen von wirtschaftlichen und Sozialen Unternehmen müssen genutzt und gefördert werden.

Rückfragen & Kontakt:
 Mag.a Christine Newald, christine.newald@arbeitplus.at, Mobil: +43 676 734 73 00

Medienspiegel:

arbeit plus Österreich apa ots Arbeitsmarktpolitik für alle”

Kronen Zeitung: Tag der Arbeitslosen – Rufe nach mehr Unterstützung

Kronen Zeitung: Vor dem Tag der Arbeit ist Tag der Arbeitslosen

Ö1 Morgenjournal: Langzeitarbeitslose: strukturelle Probleme angehen

Kurier: Mehr soziale Gerechtigkeit zum Tag der Arbeitslosen gefordert

W24 TV – 24 Stunden Wien

arbeit plus Wien apa ots „Aufgeben ist nämlich keine Option”

Ö1 Mittagszeit ORF Salzburg

SN: Tag der Arbeitslosen – Rufe nach mehr sozialer Gerechtigkeit

SN: Jeder fünfte Arbeitslose in Salzburg ist mehr als ein Jahr ohne Job

ORF Salzburg heute: Tag der Arbeitslosigkeit

ORF Salzburg heute: Studiogespräch über Langzeitarbeitslosigkeit

FAB apa ots “Arbeitsmarktpolitik für alle”

Steiermark heute: “Tag der Arbeitslosen” bringt Forderungen

Tiroler Tageszeitung: Ruf nach mehr Gerechtigkeit zum 1. Mai

Podium der Pressekonferenz