Das AMS veröffentlicht monatlich Daten zum Arbeitsmarkt. arbeit plus bereitet diese für einen Überblick zur Entwicklung von Arbeitslosigkeit, Schulungsteilnahme und Langzeitbeschäftigungslosigkeit auf. Die Auswertungen des AMS sind hier abrufbar. Weitere Informationen zum Arbeitsmarktgeschehen finden Sie im Arbeitsmarktinformationssystem (AMIS) des BMASGPK.
Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer:innen
Nach zwei Jahren Rezession ist Österreichs Wirtschaft 2025 nur minimal gewachsen und die Lage am Arbeitsmarkt bleibt auch Anfang 2026 weiterhin angespannt. Seit April 2023 steigen die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich an, wenn auch die Anstiege langsam sinken. Damit lässt sich derzeit keine klare Richtung der Entwicklungen erkennen: Wirtschaftsprognosen haben zwar am Anfang des Jahres vorsichtig Erholung für 2026 vorausgesagt, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs werden aber in den nächsten Monaten auch auf dem österreichischen Arbeitsmarkt spürbar werden.
Im April 2026 waren 320.316 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, weitere 78.026 Personen nahmen an Schulungen teil. Das sind insgesamt 5.711 mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr.
Die geschätzte Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung lag im April 2026 bei 7,5%.
Im Vergleich zu April 2025 ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen um 1,5% gestiegen.
Nicht alle Menschen haben das gleiche Risiko arbeitslos zu werden. Die Daten nach soziodemographischen Merkmalen zeigen, dass insbesondere Personen mit niedriger formaler Bildung (max. Pflichtschulabschluss) und Ausländer:innen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Im April 2026 betraf der Anstieg der Arbeitslosigkeit insbesondere Frauen, Menschen mit Behinderung sowie ältere Arbeitnehmer:innen. Außerdem fiel der Anstieg mit steigendem Bildungsniveau höher aus – dies wohlgemerkt jedoch von einem niedrigeren Ausgangsniveau. Die Zahl der männlichen Arbeitslosen ist im April 2026 gesunken – der Unterschied der Entwicklung der Arbeitslosigkeit zwischen Männern und Frauen lässt sich auf die unterschiedlichen Entwicklungen in Männer- (Bau, Industrie) und Frauen-dominierten Branchen (Handel, Gesundheits- und Sozialwesen) zurückführen.
Es zeigen sich regionale Unterschiede in der Arbeitsmarktentwicklung, wobei die Arbeitslosigkeit im April 2026 in den meisten Bundesländern zugenommen hat. Mit Abstand am höchsten ist die Arbeitslosenquote aber weiterhin in Wien.
Langzeitbeschäftigungslosigkeit
Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.
In den folgenden Grafiken ist die Entwicklung der Anzahl langzeitbeschäftigungsloser Arbeitsloser dargestellt, also jener Menschen, die als arbeitslos gemeldet sind und das Kriterium Langzeitbeschäftigungslosigkeit erfüllen.
Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen sank über die Jahre 2022 und 2023 aufgrund zielgerichteter Programme und der insgesamt positiven Arbeitsmarktentwicklung. Seit Anfang 2024 ist allerdings wieder ein Anstieg zu beobachten, der sich in den letzten Monaten verstärkt hat. Angesichts der anhaltend schwierigen Lage am Arbeitsmarkt ist damit zu rechnen, dass immer mehr Menschen in verfestigte Arbeitslosigkeit rutschen. Im April 2026 galten in Österreich 103.322 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose – das sind um 12.151 Personen bzw. 13,3% mehr als im Vergleichszeitraum im Vorjahr.
Der Anteil von Langzeitbeschäftigungslosen an allen Arbeitslosen mit 32% aktuell sehr hoch.
(Stand: 4. Mai 2026)
