Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosigkeit & Langzeitbeschäftigungslosigkeit im August 2026

Das AMS veröffentlicht monatlich Daten zum Arbeitsmarkt. arbeit plus bereitet diese für einen Überblick zur Entwicklung von Arbeitslosigkeit, Schulungsteilnahme und Langzeitbeschäftigungslosigkeit auf. Die Auswertungen des AMS sind hier abrufbar. Weitere Informationen zum Arbeitsmarktgeschehen finden Sie im Arbeitsmarktinformationssystem (AMIS) des BMASGPK.

Arbeitslose Personen und Schulungsteilnehmer:innen

Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiterhin angespannt. Seit April 2023 steigen die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich an, wenn auch die Anstiege langsam sinken. Die am Anfang des Jahres prognostizierte Erholung am Arbeitsmarkt ist aufgrund des Iran-Kriegs und dessen wirtschaftlichen Auswirkungen nicht eingetreten. 

Im August 2026 waren 311.448 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, weitere 64.282 Personen nahmen an Schulungen teil. Das sind insgesamt 8.610 mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr.

Die geschätzte Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung lag im August 2026 bei 7,2%.

Im Vergleich zu August 2025 ist die Zahl der arbeitslosen oder an Schulungen teilnehmenden Personen um 2,3% gestiegen.

 

Nicht alle Menschen haben das gleiche Risiko arbeitslos zu werden. Die Daten nach soziodemographischen Merkmalen zeigen, dass insbesondere Personen mit niedriger formaler Bildung (max. Pflichtschulabschluss) und Ausländer:innen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Im August 2026 betraf der Anstieg der Arbeitslosigkeit insbesondere Frauen, Menschen mit Behinderung sowie ältere Arbeitnehmer:innen. Außerdem fiel der Anstieg mit steigendem Bildungsniveau höher aus – dies wohlgemerkt jedoch von einem niedrigeren Ausgangsniveau. Die Zahl der männlichen Arbeitslosen (inkl. Schulungsteilnehmer:innen) ist im August 2026 leicht gesunken – der Unterschied der Entwicklung der Arbeitslosigkeit zwischen Männern und Frauen lässt sich auf die unterschiedlichen Entwicklungen in Männer- (z.B. Bau, Industrie) und Frauen-dominierten Branchen (z.B. Handel, Gesundheits- und Sozialwesen) zurückführen. Ein weiterer Grund ist die schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters der Frauen.

Es zeigen sich regionale Unterschiede in der Arbeitsmarktentwicklung – mit Ausnahme von Wien ist die Arbeitslosigkeit im August 2026 jedoch in allen Bundesländern weiter gestiegen. Mit Abstand am höchsten ist die Arbeitslosenquote weiterhin in Wien.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Mit dem Indikator der Langzeitbeschäftigungslosigkeit misst das AMS Österreich die Zahl jener Menschen, die sich in lange andauernder, verfestigter Arbeitslosigkeit befinden. Als langzeitbeschäftigungslos werden Personen bezeichnet, die beim AMS Österreich länger als 365 Tage in unterschiedlichen Arbeitsmarkt-Status vorgemerkt waren. Dafür werden unter anderem Zeiten der Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche oder Schulungsteilnahme zu einem Geschäftsfall zusammengefasst und dieser erst nach einer Unterbrechung von mehr als 62 Tagen beendet.

In den folgenden Grafiken ist die Entwicklung der Anzahl langzeitbeschäftigungsloser Arbeitsloser dargestellt, also jener Menschen, die als arbeitslos gemeldet sind und das Kriterium Langzeitbeschäftigungslosigkeit erfüllen.

Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen sank über die Jahre 2022 und 2023 aufgrund zielgerichteter Programme und der insgesamt positiven Arbeitsmarktentwicklung. Seit Anfang 2024 ist allerdings wieder ein Anstieg zu beobachten, der sich in den letzten Monaten verstärkt hat. Angesichts der anhaltend schwierigen Lage am Arbeitsmarkt ist damit zu rechnen, dass immer mehr Menschen in verfestigte Arbeitslosigkeit rutschen. Im August 2026 galten in Österreich 105.169 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose – das sind um 11.477 Personen bzw. 12,2% mehr als im Vergleichszeitraum im Vorjahr. 

Der Anteil von Langzeitbeschäftigungslosen an allen Arbeitslosen mit fast 34% aktuell sehr hoch. 

(Stand: 1. September 2026)