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Soziale Innovation durch aktive Bürger*innenbeteiligung

Josef Pürmayr (l. im Bild) sprach in seinem Impulsreferat über den Zusammenhang zwischen Bürger*innenbeteiligung und sozialen Innovationen.

Was hat aktive Bürger*innenbeteiligung mit sozialer Innovation zu tun? Mit dieser Frage setzten sich Ende September die Teilnehmer*innen des Workshops „Active Citizenship“ in der Tabakfabrik Linz auseinander. Der Workshop war Teil der Social Innovation Academy und wurde im Kooperation mit dem Zentrum für Soziale Innovation und der Schule des Ungehorsams veranstaltet.

In seinem Impulsreferat zitierte Josef Pürmayr von der Sozialplattform Oberösterreich den Soziologen Yao Assogba: Dieser begreift eine Soziale Innovation als Antwort auf ein konkretes soziales und lokal begrenztes Problem, und zwar als Lösung einer als inakzeptabel oder unzufriedenstellend erlebten Situation. Was nicht mehr länger akzeptabel scheint, solle geändert werden. Der französische Philosoph Albert Camus beschrieb die Notwendigkeit der permanenten Revolte gegen Unterdrückung, Unfreiheit und Ungerechtigkeit, bei der der Veränderungsbedarf von unten nach oben getragen werde. Soziale Innovation entwickelt sich, so Pürmayr, diesem Verständnis nach eher im Verdeckten, da es sich um abweichlerische Lösungen handle, die zwar nicht notwendig einen Verstoß gegen etabliere Regeln beinhalteten, einen solchen Verstoß aber implizierten.

Zur sozialen Innovation werde dieses im Kleinen beginnende Handeln, wenn eine Vielzahl von Akteur*innen sich anschließen würden. Durch eine solche Verbreitung außerhalb ihres ursprünglichen Rahmens gelte die Initiative als erfolgreiches Experiment, das auf ähnliche Situationen übertragbar ist. Sie erhalte breite Akzeptanz, sodass als letzter Schritt eine Implementierung z.B. durch staatliche Stellen geschieht, weil sie nicht mehr daran vorbei könnten oder durch Einsicht, dass das richtig sei.

Aktive Bürger*innen werden

Pürmayr: „Auch wenn diese dargestellte Reise zur Sozialen Innovation weit ist: Ohne den ersten Schritt kann sie nicht beginnen. Und dieser erste Schritt ist: ein aktive Bürger bzw. eine aktive Bürgerin werden oder bleiben.“ Denn: Es sei immer besser, von Objekt zum Subjekt zu werden und vom Erdulden zum Gestalten zu kommen: „Jedenfalls sind wir mit diesem Ansatz von Sozialer Innovation durch aktive Bürgerbeteiligung, die auch eine Normabweichung wie Ungehorsam beinhaltet, in der Schule des Ungehorsams genau am richtigen Platz“, sagte Pürmayr abschließend.

Die Social Innovation Academy ist Teil des EU-Projekts Social(i)Makers bietet maßgeschneiderte Workshops und Online-Trainings für sozial-innovative Akteur*innen und alle, die selbst Soziale Innovationen schaffen möchten. Von 5. September bis 10. Dezember 2018 werden kostenfreie Online-Trainingskurse und österreichweit Workshops angeboten.