Gütesiegel für Soziale Unternehmen: Qualitätsmanagement für EinsteigerInnen

Auf mehrfachen Wunsch kommt der bdv austria dem Bedürfnis seiner Mitglieder nach, eine Einführung in die Grundbegriffe des Qualitätsmanagements und speziell zum Gütesiegel für Soziale Unternehmen (mit Schwerpunkt Beschäftigung und mit Schwerpunkt Beratung) zu organisieren. Diese zweitägige Weiterbildung wird von Quality Austria durchgeführt und soll jeweils einmal in Wien bzw. in Salzburg stattfinden.

Jede Weiterbildung besteht aus zwei eintägigen Einheiten im Abstand von ca. 5 Wochen und wird von einem Systemassessor der Quality Austria, Michael Potakowskyj, und einer Fachassessorin des bdv austria durchgeführt. Zwischen den beiden Einheiten ist eine „Hausübung“ (Zeitbedarf ca. 8 Stunden) auszuarbeiten.

Für wen ist die Qualitätsmanagement-Weiterbildung gedacht?

Da der Kriterienkatalog für das Gütesiegel für Soziale Unternehmen auf dem EFQM Modell (European Foundation for Quality Management) basiert, ist es für die Sozialen Unternehmen nicht immer leicht, sich in die „Logik“ dieses Systems einzudenken. Die angebotene Weiterbildung vermittelt nicht nur eine Einführung in die Grundbegriffe des Qualitätsmanagements und in die Grundlagen der RADAR-Logik des EFQM Modells, sondern stellt auch einen praktische Verbindung zum Kriterienkatalog des Gütesiegels her. Der gesamte Prozess bis zur Erlangung des Gütesiegels wird durchgespielt. Dabei werden immer wieder Beispiele aus der Praxis Sozialer Unternehmen herangezogen. Durch dieses Wissen kann sich ein Soziales Unternehmen effizient auf sein Assessment vorbereiten – eine Investition, die sich auf längere Sicht gesehen bezahlt macht und die Qualität im Unternehmen steigert.

Alle weiteren Details zur Weiterbildung finden Sie im Veranstaltungskalender.

Verleihung des Gütesiegels

Diese Ankündigung möchten wir gleich nutzen, um Sie zur nächsten Gütesiegel-Verleihung für alle neu oder wieder zertifizierten Unternehmen einzuladen. Die Verleihung durch Bundesminister Hundstorfer findet am 4. Dezember 2013, von 10:00 bis 12:00 Uhr in der Quality Austria in Wien statt. Die folgenden Sozialen Unternehmen werden mit dem Gütesiegel (wieder) ausgezeichnet:

  • Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft m.b.H. Liezen – GBL
  • Chamäleon SÖB
  • Verein ERfA – Erfahrung für ALLE
  • Vamos Verein zur Integration
  • ÖKO-Service GmbH
  • INSIEME, Verein von sozialökonomischen Ausbildungsbetrieben
  • Das Radl gemeinnützige DienstleistungsgmbH
  • AWOL Gemeinnützige Betriebs GmbH
  • Buglkraxn – Verein für Arbeitsintegration Sozialökonomischer Betrieb
  • Luna – Frauenbeschäftigungsprojekt
  • Steirische Wissenschafts-, Umwelt- und Kulturprojektträgergesellschaft mbH
  • Ho & Ruck Gebrauchtmöbel Gemeinnützige GmbH.
  • Hilfeeinrichtungen der Caritas der Erzdiözese Wien (JobStart NÖ)

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Informationsveranstaltung zum Gütesiegel gut besucht

Die im Anschluss an die Gütesiegelverleihung vom bdv austria abgehaltene Informationsveranstaltung in der Quality Austria war sehr gut besucht. In drei parallel abgehaltenen Workshops konnten sich TeilnehmerInnen aus Sozialen Integrationsunternehmen, sowie interessierte VertreterInnen des AMS über alle Details dieses Qualitätsprozesses informieren.

Folgende Workshops fanden statt:

Braucht mein Unternehmen ein Qualitätsmanagementsystem?
Informationen für am Gütesiegel interessierte Unternehmen
Christian Wolf (Fachassessor), Agnes Steinberger (Systemassessorin, Produktmanagerin für Gesellschaftliche Verantwortung CSR, zuständig für das Gütesiegel innerhalb der Quality Austria), Beate Bertolini (bdv austria)

 Qualitätsmanagementsysteme in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik
Zur Schnittstelle von EFQM, AMS und dem Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen – Informationen für MitarbeiterInnen der Landesgeschäftsstellen des AMS
Peter Oberbichler (Leiter des AMS Qualitätsmanagements; Mitwirkung an der Entwicklung des Gütesiegels), Judith Pühringer (GFin bdv austria),, Michael Reiter (Fachassessor QA)

 Wie leicht/schwer ist ein (Self)Assessment?
Best Practice Beispiele ausgezeichneter Sozialer Unternehmen
Thomas Rihl (Fachassessor), Brunhilde Schramm (Systemassessorin QA)

Dokumentation

13 Soziale Unternehmen mit Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen ausgezeichnet

bdv austria und Quality Austria verliehen heute bereits zum dritten Mal das „Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen“ und luden VertreterInnen aus Arbeitsmarktpolitik und Sozialen Unternehmen zur feierlichen Verleihung nach Wien. Manuela Vollmann (Vorsitzende bdv austria), Judith Pühringer (Geschäftsführerin bdv austria), Katharina Luger (BMASK), Peter Oberbichler (AMS) sowie Agnes Steinberger (Quality Austria) überreichten das Gütesiegel an 13 Soziale Unternehmen aus ganz Österreich und zeichneten sie so für ihre hohen sozialen, wirtschaftlichen und organisatorischen Qualitätsstandards aus.

Das durch den bdv austria entwickelte Gütesiegel richtet sich an Unternehmen und Organisationen, welche die soziale und berufliche Integration von arbeitsmarktfernen Menschen als Unternehmenszweck definiert haben. Mit dem Erwerb verpflichten sie sich am EFQM (European Framework of Quality Management) orientierte internationale Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Überprüfung dieser sozialen, wirtschaftlichen und organisatorischen Qualitätskriterien erfolgt durch unabhängige AssessorInnen der Quality Austria.

Seit der Einführung des Gütesiegels für Soziale Integrationsunternehmen im Jahr 2009 konnten bereits 34 Soziale Unternehmen die Anforderungen erfüllen. Alle ausgezeichneten Sozialen Unternehmen sind gemeinnützig und haben das Ziel, arbeitsmarktferne und langzeitarbeitslose Menschen durch befristete Beschäftigung Schritt für Schritt wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Sie agieren quer durch alle Branchen und sind ein Unternehmensmodell der Zukunft, indem sie nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und arbeitsmarktpolitische Ziele im gleichen Ausmaß verfolgen.

Die ausgezeichneten Unternehmen arbeiten in ganz Österreich

Diese sieben Unternehmen wurden neu mit dem Gütesiegel ausgezeichnet:

BEST Beschäftigungsgesellschaft (Steiermark), Halleiner Arbeitsinitative (Salzburg), s’Gwandtl (Tirol), SÖBSA (Steiermark), SöDieB (Steiermark), Verein GEGKO (Steiermark), Zweirad Impulse (Kärnten).

Sechs weitere Soziale Unternehmen haben die Qualität gehalten oder verbessert und ihr bestehendes Gütesiegel um drei Jahre verlängert:

BAN (Steiermark), Contrapunkt (Kärnten), Job-TransFair (Wien), LEO (Steiermark), VISP (NÖ), Volkshilfe Arbeitswelt (OÖ).

Von gelebter Qualität profitieren alle Beteiligten

Das Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen wird vom AMS Österreich gefördert und finanziert. Peter Oberbichler, Leiter des AMS Qualitätsmanagements: „Das Arbeitsmarktservice braucht, um arbeitslose Personen erfolgreich in die Arbeitswelt zu integrieren, in vielen Fällen eine gute Kooperation mit Partnern. Definierte Qualitätsstandards in der Zusammenarbeit helfen, die Aufgaben und Verantwortlichkeiten für beide Seiten besser zu beschreiben und so gemeinsam erfolgreich zu sein.“

Manuela Vollmann, Vorsitzende des bdv austria bringt es auf den Punkt: „Das Gütesiegel ist ein Meilenstein in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik: Erstmals gibt es ein maßgeschneidertes Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen, das Soziale Unternehmen zu einem umfassenden Organisationsentwicklungsprozess ermutigt und auch große Wirkung nach außen hat. In Europa und den europäischen Netzwerken des bdv austria wird das Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen bereits als Best Practice Beispiel präsentiert.

„Das Gütesiegel bringt die guten Leistungen von Unternehmen auf den Punkt und reduziert komplexe Zusammenhänge auf die Botschaft: Dieser Betrieb arbeitet mit hohen Qualitätsstandards. Diesem Betrieb können Sie vertrauen. Diese Aussage gewinnt umso mehr an Gewicht, wenn die Einhaltung der Qualitätskriterien auf international anerkannten Modellen beruht, die Bewertung der Leistung durch unabhängige Dritte und anerkannte Zertifizierungsorganisationen erfolgt“, meint Konrad Scheiber, Geschäftsführer der Quality Austria.

Quality Austria sieht sich hier als Partnerin des bdv austria, die ihre umfassende methodische Kompetenz und praktische Erfahrungen aus mehreren tausend Audits und zahlreichen Assessments pro Jahr einbringen kann.

Eine Ausweitung des Gütesiegels für Soziale Unternehmen mit dem Schwerpunkt Beratung ist im bdv austria  bereits in Arbeit.

 

Qualitätssicherung des Gütesiegels

Seit der Umsetzung und Implementierung des Gütesiegels für Soziale Integrationsunternehmen (GSSIU) durch den bdv austria in Kooperation mit der Quality Austria im Jahr 2009 ist eine Steuergruppe aus Mitgliedern beider Organisationen für die laufende Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Gütesiegels verantwortlich.

Markenpflege

bdv austria veranstaltet heuer bereits die dritte offizielle Verleihung der Gütesiegel durch Bundesminister Hundstorfer. Über Berichte auf unserer Website und in anderen Medien wurde das Gütesiegel nicht nur innerhalb Österreichs, sondern auch auf europäischer Ebene in Fachkreisen bekannt. Die Mitglieder der Steuergruppe zum Gütesiegel sind:

  • Agnes Sendlhofer-Steinberger (Produktmanagerin für Gesellschaftliche Verantwortung und Systemassessorin Quality Austria)
  • Michael Potakowskyj (Systemassessor Quality Austria)
  • Christian Wolf (Fachassessor bdv austria)
  • Thomes Rihl (Fachassessor bdv austria)
  • Judith Pühringer (Geschäftsführerin bdv austria)
  • Beate Bertolini (Projektleiterin Gütesiegel bdv austria)

Adaptierung

Nach den Erfahrungen mit den Begutachtungen der ersten Betriebe hat eine Gruppe von Fach- und SystemassessorInnen im Jahr 2010 den Leitfaden und Kriterienkatalog bearbeitet und adaptiert. Darüber hinaus werden laufend Verbesserungsvorschläge in die Steuergruppe eingebracht.

Derzeit strebt die Steuergruppe die Aufnahme des Gütesiegels in den Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung in Österreich (Ö-Cert) an, eine Ausweitung des GSSIU auf Arbeitsstiftungen und ein mögliches „Andocken“ des niederösterreichischen Modells Quasi (Qualitätssicherung von Sozialintegrativen Unternehmen) mit dem Gütesiegel werden diskutiert.

 

Qualität in Sozialen Integrationsunternehmen

Diskussionen über die Qualität von Sozialen Integrationsunternehmen gab es auch vor der Implementierung des Gütesiegels. Im Jahr 2000 entstand bereits die Idee von Qualitätsstandards, die wir uns nicht nur selbst setzen, sondern auch von einer unabhängigen Stelle überprüfen lassen wollten.

Eine Arbeitsgruppe entwickelte dann in den Jahren 2002 bis 2005 den dafür maßgeblichen Kriterienkatalog. Dieser wurde an das Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM) angelehnt und bietet daher einen ganzheitlichen Blick auf Organisationen, wo es nicht nur um die Integrationsarbeit geht, sondern auch Aspekte wie Organisation, Strategie, Personalmanagement, Zielsteuerung und Kennzahlensysteme eine Rolle spielen.

Seit 2009 wird das Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen von der Quality Austria zertifiziert, Eigentümer der Marke und des Konzeptes ist weiterhin der bdv austria. In einer gemeinsamen Steuergruppe werden Entscheidungen zu den Rahmenbedingungen getroffen, aber auch die Weiterentwicklung vorangetrieben – so wurde der Kriterienkatalog im Jahr 2010 auf Grund der Erfahrungen im ersten Jahr wieder überarbeitet.

Folgende Fragen tauchen im Zusammenhang mit der Bewerbung um das Gütesiegel immer wieder auf:

Die Kosten

Mit zwei Personen und einem Tag Assessment (bei kleineren und mittleren Organisationen) wurde der Aufwand auf ein Minimum reduziert, die Verrechnungssätze sind Standardkosten der Quality Austria. Die Bundesgeschäftsstelle des AMS hat immer klargestellt, das Gütesiegel finanzieren zu wollen und dafür auch Mittel aus dem Zentralkredit zur Verfügung zu stellen. Damit sollen die Kosten für das Gütesiegel auch das Regelbudget der Sozialen Integrationsunternehmen nicht belasten.

Der Aufwand

Oft wird der mit dem Gütesiegel verbundene hohe Aufwand beklagt. Dazu ist zu sagen, dass die Arbeit an und mit diesen Standards zu den Kernaufgaben der Geschäftsführung zählt und der Kriterienkatalog dafür eine gute Unterstützung bietet. Auch geht es beim Gütesiegel nicht um die Menge an Dokumenten, sondern um den Nachweis der Erreichung der Standards. Einzig die Vorbereitung auf das Assessment sowie das jährliche Self Assessment sind mit einem gewissen Aufwand verbunden, der aber durch das Ergebnis sicher belohnt wird.

Die Bewertung

Pro Teilkriterium werden 10 Punkte vergeben, wobei hier zu beachten ist, dass 50% (5 Punkte) bedeutet, dass das Kriterium als „normal“ erfüllt anzusehen ist (und nicht zu 50% erfüllt). Werte über 50% bedeuten überdurchschnittliche, darunter unterdurchschnittliche Erfüllung. Um den Einstieg für neue Organisationen leichter zu machen, wurde für die Zuerkennung des Gütesiegels ein Stufenplan eingeführt: Beim ersten Assessment reichen bereits 40% aus, erst beim 2. Assessment sind 50%, beim 3. dann 55% zu erreichen.

Weitere Informationen

 

 

Ein Gütesiegel auch für BBE?

Bisher konnten sich nur Soziale Integrationsunternehmen um das Gütesiegel bewerben. In naher Zukunft soll sich dies jedoch ändern: eine Arbeitsgruppe innerhalb des Bundesfachausschusses Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (BFA BBE) des bdv austria arbeitet an der Entwicklung eines Gütesiegels für diesen Bereich. Es gab bereits drei Treffen, bei denen der Fahrplan für die Erarbeitung eines Leitfadens und eines Kriterienkataloges für „Soziale Unternehmen mit Schwerpunkt Beratung“ in Anlehnung an das bestehende Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen festgelegt wurde.

Bei den weiteren Treffen im November und Dezember 2012 sollen zunächst der Leitfaden und der Kriterienkatalog fertig gestellt werden, bevor im Frühjahr 2013 die Endredaktion und Abnahme durch die Quality Austria stattfinden wird. Die Implementierung des für BBE adaptierten Gütesiegels soll nach der Generalversammlung des bdv austria 2013 erfolgen.

Das AMS hat bereits seine Bereitschaft zur Finanzierung des Gütesiegels für Soziale Unternehmen mit Schwerpunkt Beratung signalisiert.

 

Grundlagen des Gütesiegels für Soziale Unternehmen

Als Grundlage für die Entwicklung des Gütesiegels für Soziale Unternehmen mit Schwerpunkt Beratung dient das vom bdv austria und Quality Austria entwickelte Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen. Diese beiden Gütesiegel orientieren sich am EFQM-Modell Business Excellence, das eine ganzheitliche Sicht auf Organisationen ermöglicht. EFQM wurde 1988 von 14 führenden europäischen Unternehmen gegründet und steht für European Foundation for Qualitymanagement, sie organisiert den Europaen Excellence Award. Das EFQM-Modell wurde als Antwort Europas auf den in den USA hoch geschätzten Malcolm Baldrige National Quality Award und den japanischen Deming-Preis von der EFQM entwickelt.

Das EFQM-Modell bietet Organisationen Hilfestellung für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung von umfassenden Qualitäts- und Managementsystemen. Die Unternehmen nutzen es als Werkzeug, um auf Grundlage von Selbstbewertungen Stärken und Verbesserungspotentiale zu ermitteln, anzuregen und ihren Geschäftserfolg zu verbessern.

Die Grundlage für das Modell ist die TQM TotalQualityManagement Philosophie, die auf den drei Säulen der Entwicklung von Organisationen/Unternehmen und deren Wechselwirkungen basiert:

TotalQualityManagement Philosophie (C) TQU Business GmbH - Ein Steinbeis-Unternehmen

TotalQualityManagement Philosophie (C) TQU Business GmbH – Ein Steinbeis-Unternehmen

 

Die Grundsätze des EFQM Modells sind hier zu sehen:

EFQM Grundkonzepte. Quelle: Felchlin Walter: Praktikabel und konsistent - Das EFQM-Modell 2010, MQ Management und Qualität 12/2009

EFQM Grundkonzepte. Quelle: Felchlin Walter: Praktikabel und konsistent – Das EFQM-Modell 2010, MQ Management und Qualität 12/2009

Diese acht Grundsätze des Qualitätsmodells lassen sich gut mit den Grundwerten der sozialen Beratungsunternehmen vereinen. Das im Folgenden beschriebene EFQM Modell lässt den Organisationen genügend Freiraum für sich selbst die Qualitätsansprüche und die verschiedenen inhaltlichen Qualitätsaspekte zu definieren und laufend weiter zu entwickeln. Genau das ist auch die Herausforderung, das führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln im Unternehmen und der Frage, ob dieses auch den eigenen Grundwerten und Ansprüchen entspricht. Der vorgegebene Kriterienkatalog als Grundlage für die Bewertung des Qualitätsmanagements bietet hier Orientierung.

Den Nutzen des Gütesiegels sehe ich genau in der intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen unternehmerischen Handeln. Dadurch wird Klarheit und Transparenz geschaffen, die einerseits der Organisation selbst Orientierung bietet, MitarbeiterInnen motiviert, die die Kommunikation mit den BeratungskundInnen erleichtert, den Nachweis für qualitativ hochwertige Arbeit für die Auftrag- bzw. Fördergeber liefert und Grundlagen für die Öffentlichkeitsarbeit auf gesellschaftlicher Ebene bietet. Die Nachteile liegen im Bereich der einzusetzenden Ressourcen, auf finanzieller Ebene und auf Ebene der zeitlichen Ressourcen der MitarbeiterInnen.

Anhand des auf soziale Beratungsunternehmen abgestimmten Kriterienkataloges (Basis EFQM-Modell) werden jährlich Selfassessments durchgeführt. Alle drei Jahre erfolgen nach demselben Kriterienkatalog Fremdassessments durch Quality Austria.

EFQM-Excellence-Modell. Quelle: Felchlin Walter: Praktikabel und konsistent - Das EFQM-Modell 2010, MQ Management und Qualität 12/2009

EFQM-Excellence-Modell. Quelle: Felchlin Walter: Praktikabel und konsistent – Das EFQM-Modell 2010, MQ Management und Qualität 12/2009

Das Modell unterscheidet fünf Befähigerkriterien (enablers), die die Voraussetzung für den Erfolg liefern, und die in vier Ergebniskriterien (Results) dargestellt sind. Mit dieser umfassenden, qualitätsspezifischen Betrachtungsweise der Organisation wird Lernen, Kreativität und Innovation ermöglicht, damit soll ein langfristiger und nachhaltiger Erfolg erreicht werden. Zu den Kriterien werden Teilkriterien definiert. Im Assessment wird nach der RADAR Logik der Erreichungsgrad der Business Excellence ermittelt.

Eine exzellente Organisation steht für

  • Results: Exzellente Ergebnisse, die sie mit ihrem Politik- und Strategieprozess bestimmt und erzielen möchte und stellt dies durch positive Trends, angemessene Ziele, die erreicht werden, gutes Abschneiden im Vergleich mit Anderen, ausreichenden Umfang der Ergebnisse und dem Wissen um die Ursachen.
  • Approach: Fundiertes und integriertes Vorgehen
  • Deployment: Systematische Umsetzung
  • Assessment und Review: Regelmäßige Messung, lernorientierte Aktivitäten undVerbesserungen

Verwendete Unterlagen