Nachlese: AMS Forschungsnetzwerk Austausch über 3 aktuelle Studien zu Langzeitarbeitslosigkeit

24. November 2025

Heute fand ein wegweisendes Forschungsgespräch des AMS Forschungsnetzwerks zum Thema Langzeitbeschäftigungslosigkeit statt. Drei aktuelle Studien wurden präsentiert, die nicht nur die Komplexität der Thematik aufzeigen, sondern auch konkrete Ansätze für Lösungen liefern. Die Ergebnisse bestätigen, was viele aus der Praxis schon lange wissen – und geben gleichzeitig Hoffnung auf neue Wege.

🔗 Zur Veranstaltung: „Raus aus der Sackgasse – Langzeitbeschäftigungslosigkeit im Fokus“


Langzeitbeschäftigungslosigkeit: Vielfältige Herausforderungen, individuelle Lösungen

Die Studien zeigen: Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist kein einheitliches Phänomen. Die Betroffenen sind so unterschiedlich wie ihre Lebenssituationen und Bedürfnisse.

  • Einige blicken zuversichtlich in die Zukunft und sind überzeugt, bald wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
  • Andere brauchen gezielte Unterstützung, um Schritt für Schritt Anschluss zu finden – sei es durch angepasste Arbeitsmarktangebote oder schrittweise Qualifizierung.
  • Soziale Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie helfen Menschen, Struktur, Selbstvertrauen und neue Perspektiven zu entwickeln. Doch hier gibt es noch Potenzial – vor allem bei der systematischen Begleitung und der Nachbereitung für den Übergang in den regulären Arbeitsmarkt.
  • Für manche sind selbst diese Angebote noch zu hochschwellig. Das unterstreicht den Bedarf an niedrigschwelligen, passgenauen Lösungen – und an einer engeren Zusammenarbeit zwischen AMS, ÖGK und PVA.

Klar ist: Die Herausforderungen lassen sich nicht allein auf individueller Ebene lösen. Es braucht ein Zusammenspiel aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um nachhaltige Wege aus der Langzeitbeschäftigungslosigkeit zu schaffen.


Drei Studien, drei Perspektiven – und viele Impulse für die Praxis

1. Befragung langzeitbeschäftigungsloser Personen in Oberösterreich

Mag. Thomas Lankmayer, Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung (IBE) am öibf Eine quantitative Befragung gibt Einblick in die Lebensrealität von Langzeitbeschäftigungslosen in Oberösterreich. 📄 Zur Studie 📊 Zur Präsentation

2. Motivation, Ziele und Bedürfnisse in Sozialökonomischen Betrieben

Mag.a Magdalena Tauber, Eine qualitative Fallstudie am Beispiel von „dieCaterei“ (arbeit plus Mitglied in Wien) zeigt, wie Soziale Unternehmen Menschen nicht nur Arbeit, sondern auch Selbstwirksamkeit und soziale Einbindung ermöglichen. 📊 Zur Präsentation

3. Teilhabechancen Tirol 2030 – Evaluierung und Zukunftsdialog

Mag.a Trude Hausegger, MSc und Anna Iby, MSc, prospect Unternehmensberatung GmbH, prospectgmbh.at Diese qualitative Studie widmet sich besonders arbeitsmarktfernen Personen, für die selbst geförderte Beschäftigung in Sozialen Unternehmen eine (zu) große Hürde darstellt. Wie können wir diese Gruppe besser erreichen? 📄 Zum AMS info 📊 Zur Präsentation 📄 Zur Studie


Was bedeutet das für uns in der Umsetzung?

Die Studien unterstreichen: Es gibt keine Einheitslösung. Doch sie zeigen auch, dass es erfolgreiche Ansätze gibt – und wo wir noch nachbessern können. Als Netzwerk, als Soziale Unternehmen und als Gesellschaft sind wir gefragt, Brücken zu bauen und Lösungen zu finden – für alle, die sie brauchen.