Der wirtschaftliche Mehrwert Sozialer Unternehmen ist messbar. Sie sind systemrelevante Partner der Arbeitsmarktpolitik und ein Wirtschaftsfaktor in den Regionen. Sie senken öffentliche Folgekosten und führen einen Großteil der eingesetzten Mittel über Einsparungen und Mehreinnahmen in den Haushalt zurück.
Grund 1 von 7 · Investitionen in Soziale Unternehmen: die 7 Gründe
In Zeiten angespannter öffentlicher Budgets steht jede Ausgabe auf dem Prüfstand. Für Sozialökonomische Betriebe und Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte fällt diese Prüfung eindeutig aus, denn sie sind kein Good-Will-Projekt, sie sind systemrelevante Partner der Arbeitsmarktpolitik und ein Wirtschaftsfaktor in den Regionen. Der wirtschaftliche Mehrwert Sozialer Unternehmen beruht auf einem klaren Mechanismus: Was kurzfristig als Ausgabe in einem Budget erscheint, senkt an anderer Stelle Folgekosten und kehrt über Einnahmen in den öffentlichen Haushalt zurück. Wer hier kürzt, verschiebt Kosten lediglich in andere Bereiche und schwächt den Standort langfristig.
Warum sind Soziale Unternehmen ein Wirtschaftsfaktor?
Soziale Unternehmen sind an knapp 500 Standorten in ganz Österreich tätig und damit ein fester Teil der regionalen Wirtschaft. Sie beschäftigen Menschen, die der erste Arbeitsmarkt nicht erreicht, kooperieren mit regionalen Betriebe und halten Kaufkraft in den Gemeinden. Über die Beschäftigung hinaus übernehmen sie Aufgaben, die sonst unerfüllt blieben, von der Nahversorgung bis zur Kreislaufwirtschaft. Damit verbinden sie wirtschaftliche Leistung mit regionalem Mehrwert und werden zu einem Faktor, auf den der Standort nicht verzichten kann.
Wo Soziale Unternehmen arbeiten, entsteht ein wirtschaftlicher Mehrwert, der in der Region bleibt. Weil Verantwortung sich rechnet.
Wie fließen die Investitionen in den öffentlichen Haushalt zurück?
Ein Großteil der eingesetzten Mittel kehrt über zwei Wege in den öffentlichen Haushalt zurück. Auf der einen Seite stehen Einsparungen beim Arbeitslosengeld, in der Notstandshilfe, in der Sozialhilfe, im Gesundheitssystem und bei den Pensionen. Auf der anderen Seite stehen Mehreinnahmen aus Einkommenssteuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Mehrwertsteuern durch gestiegene Kaufkraft. Eine Studie zur Aktion 20.000 zeigt, dass bereits in den ersten vier Jahren rund 68 Prozent der Programmkosten in das öffentliche Budget zurückflossen. Rechnet man die Einsparungen im Pensionssystem dazu, rückt eine vollständige Kostendeckung in Reichweite.
Was als Ausgabe beginnt, wird zu einem großen Teil wieder eingenommen. So entsteht wirtschaftlicher Mehrwert für die Allgemeinheit. Weil Verantwortung sich rechnet.
Was belegen Studien zur Wirtschaftlichkeit?
Mehrere unabhängige Studien bestätigen den wirtschaftlichen Mehrwert Sozialer Unternehmen. Eine Analyse zum Modellprojekt Arbeitsplatzgarantie Marienthal errechnet gesamtwirtschaftliche Nettokosten von durchschnittlich 135 Euro pro Person und Monat, weil ein Großteil der Bruttokosten durch Einsparungen und Mehreinnahmen ausgeglichen wird. Eine SROI-Analyse zu 27 sozialintegrativen Unternehmen in Niederösterreich beziffert die positiven Wirkungen mit 81,3 Millionen Euro bei Investitionen von 38,3 Millionen Euro. Die tatsächlichen Nettokosten liegen damit deutlich unter dem Betrag, der in einem Jahresbudget als Ausgabe erscheint.
Den überschaubaren Nettokosten steht eine erhebliche Verbesserung der Lebenssituation der teilnehmenden Menschen gegenüber. Weil Verantwortung sich rechnet.
Was braucht es, damit dieser Mehrwert erhalten bleibt?
Damit Soziale Unternehmen ihren wirtschaftlichen Mehrwert voll entfalten, brauchen sie Planungssicherheit. arbeit plus fordert mehrjährige Finanzierungsverträge anstelle von Jahresbudgets und eine automatische Anpassung an die Inflation anstelle wiederkehrender Kürzungsdiskussionen. Nur auf einer planbaren und nachhaltigen Basis können Soziale Unternehmen ihre Potenziale für die Gesamtwirtschaft ausschöpfen und die soziale und ökologische Transformation aktiv mitgestalten.
Planungssicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass sich Investitionen langfristig auszahlen. Weil Verantwortung sich rechnet.
Welche weiteren Gründe sprechen für Investitionen?
Der wirtschaftliche Mehrwert ist der erste von sieben Gründen, die für Investitionen in Soziale Unternehmen sprechen. Er greift mit der gesellschaftlichen Resilienz, der Fachkräftesicherung und dem regionalen Mehrwert ineinander. Die vollständige Übersicht aller sieben Gründe zeigt das Gesamtbild.
Quellen und Hintergrund
Die Angaben zum wirtschaftlichen Mehrwert Sozialer Unternehmen beruhen auf folgenden Studien:
- Rauscher, Schober, Burger: SROI-Analyse zu 27 sozialintegrativen Unternehmen in Niederösterreich (WU Wien, 2016)
- Ahammer, Halla, Heckl, Winter-Ebmer: Evaluierung der Aktion 20.000 (IHS, 2026)
- Kasy, Lehner: Evaluierung des Modellprojekts Arbeitsplatzgarantie Marienthal (2026)
- arbeit plus, 7 Gründe für Investitionen in SÖBs und GBPs (2026)
Herausgeber: arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich. Stand: Juni 2026.
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