Grund 3 von 7 · Investitionen in Soziale Unternehmen: die 7 Gründe
Soziale Unternehmen leisten einen messbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie qualifizieren Menschen mit geringer formaler Ausbildung arbeitsnah, reduzieren den Skills-Mismatch und bereiten jene auf die Lücke von rund 50.000 fehlenden Fachkräften mittlerer Qualifikation vor, die der Arbeitsmarkt bisher übersehen hat.
Der österreichische Arbeitsmarkt steht vor einem doppelten Problem. Auf der einen Seite suchen Branchen wie Pflege, Gastronomie und Handwerk händeringend Personal, auf der anderen Seite finden viele Menschen mit geringer formaler Qualifikation keinen Zugang zu Beschäftigung. Diese Lücke zwischen vorhandenen und gesuchten Qualifikationen heißt Skills-Mismatch. Soziale Unternehmen setzen genau hier an und verbinden die beiden Seiten, indem sie Menschen für die Arbeit qualifizieren, die der Markt tatsächlich braucht. So wird die Fachkräftesicherung zu einer ihrer zentralen Leistungen.
Wie groß ist die Fachkräftelücke in Österreich?
Bis 2029 fehlen in Österreich rund 50.000 Fachkräfte mittlerer Qualifikation. Dieser Mangel trifft vor allem Branchen wie Pflege, Gastronomie, Handwerk und Gewerbe, die ihre offenen Stellen zunehmend schwer besetzen. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der arbeitsuchenden Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung außen vor. Soziale Unternehmen schließen diese Lücke, indem sie genau diese Menschen für die gesuchten Tätigkeiten vorbereiten.
Wo Qualifizierung gelingt, werden aus Arbeitsuchenden die Fachkräfte, die der Wirtschaft fehlen. Weil Verantwortung sich rechnet.
Wie reduzieren Soziale Unternehmen den Skills-Mismatch?
Soziale Unternehmen reduzieren den Skills-Mismatch, indem sie Menschen mit höchstens Pflichtschulabschluss arbeitsnah qualifizieren und ihre Beschäftigungsfähigkeit schrittweise aufbauen. In realen Arbeitsprozessen erwerben die Teilnehmer:innen jene Kompetenzen, die in den Mangelberufen gefragt sind. Diese Verbindung von praktischer Arbeit und gezielter Qualifizierung passt die vorhandenen Fähigkeiten an den tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes an und macht die Fachkräftesicherung konkret.
Qualifizierung am realen Arbeitsplatz bringt Angebot und Nachfrage zusammen. Weil Verantwortung sich rechnet.
Was sind Qualifikationsbiografien?
Qualifikationsbiografien sind individuelle Entwicklungspläne, die Menschen schrittweise und nachhaltig in den Arbeitsmarkt führen. Statt Menschen auf der niedrigsten Qualifikationsstufe zu halten, begleiten Soziale Unternehmen sie von der Stärkung grundlegender Routinen und Kompetenzen über die Anerkennung vorhandener Bildung bis zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine weiterführende Lehre. Gerade für Frauen mit Blick auf spätere Pensionsansprüche ist dieser Weg von großer Bedeutung.
Wer Menschen schrittweise höher qualifiziert, schöpft ihr Potenzial aus, statt es zu vergeuden. Weil Verantwortung sich rechnet.
Welche weiteren Gründe sprechen für Investitionen?
Die Fachkräftesicherung ist der dritte von sieben Gründen, die für Investitionen in Soziale Unternehmen sprechen. Sie greift mit dem wirtschaftlichen Mehrwert, der gesellschaftlichen Resilienz und dem regionalen Mehrwert ineinander. Die vollständige Übersicht aller sieben Gründe zeigt das Gesamtbild.
Wo finde ich Qualifizierungsangebote Sozialer Unternehmen?
Qualifizierungsangebote Sozialer Unternehmen finden sich in der Datenbank Sozialer Unternehmen von arbeit plus, die nach Bundesland, Branche und Angebot filterbar ist. Sie verzeichnet die Betriebe an knapp 500 Standorten.
Weiterführende Links
- Datenbank Sozialer Unternehmen – filterbar nach Bundesland, Branche und Angebot
- Aktuelle Arbeitsmarktentwicklung – monatlich aktualisiert
- Die 7 Gründe für Investitionen in Soziale Unternehmen – als PDF herunterladen
Quellen und Hintergrund
Die Angaben zur Fachkräftesicherung beruhen auf folgenden Quellen:
- WIFO, Analyse zum Fachkräftebedarf mittlerer Qualifikation
- arbeit plus, Phasenmodell für Qualifikationsbiografien
- arbeit plus, 7 Gründe für Investitionen in SÖBs und GBPs (2026)
Herausgeber: arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich. Stand: Juni 2026.
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