Investitionen in Soziale Unternehmen rechnen sich wirtschaftlich und gesellschaftlich. Sieben Gründe belegen das: Sozialökonomische Betriebe und Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte sichern bis 2029 benötigte Fachkräfte, stärken die regionale Wertschöpfung in ganz Österreich und führen einen Großteil der öffentlichen Mittel über Einsparungen und Mehreinnahmen in den Haushalt zurück
Im Jahresschnitt 2025 waren 92.866 Menschen langzeitbeschäftigungslos, beinahe jede dritte arbeitslose Person. Diese Zahl steigt seit 2023 kontinuierlich, und mit ihr wächst die Gefahr, dass Erwerbslosigkeit sich dauerhaft verfestigt. Wer länger als ein Jahr ohne Arbeit ist, findet aus eigener Kraft immer schwerer zurück.
Sozialökonomische Betriebe und Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte setzen genau hier an. Sie beschäftigen, qualifizieren und begleiten Menschen, die der erste Arbeitsmarkt nicht mehr erreicht, und führen einen großen Teil von ihnen zurück in reguläre Arbeit. Diese Arbeit kostet öffentliche Mittel, und sie bringt ein Vielfaches zurück: an die Menschen, an die Regionen, an den Wirtschaftsstandort. Sieben Gründe belegen es.
Sieben Gründe belegen, weshalb sich Investitionen in Soziale Unternehmen rechnen.
Warum rechnen sich Investitionen in Soziale Unternehmen?
Jeder Euro, der in Soziale Unternehmen investiert wird, schafft eine Wirkung im Gegenwert von 2,10 Euro. Eine SROI-Analyse zu 27 Sozialen Unternehmen in Niederösterreich hat diesen Faktor errechnet. Ein Großteil der eingesetzten Mittel kehrt über zwei Wege in den öffentlichen Haushalt zurück: über Einsparungen beim Arbeitslosengeld, in der Sozialhilfe, im Gesundheitssystem und bei den Pensionen, und über Mehreinnahmen aus Lohnsteuern, Sozialversicherungsbeiträgen und gestiegener Kaufkraft. Bei der Aktion 20.000 flossen bereits in den ersten vier Jahren rund 68 Prozent der Programmkosten zurück.
Was in einem Jahresbudget als Ausgabe erscheint, kehrt langfristig mehrfach zurück. Weil Verantwortung sich rechnet.
Mehr zur Wirtschaftlichkeit Sozialer Unternehmen
Warum stärken Soziale Unternehmen die gesellschaftliche Resilienz?
Erwerbsarbeit ist der wichtigste Schutzfaktor vor Armut und sozialer Ausgrenzung. Verliert ein Mensch den Zugang zu ihr, verschieben sich die Folgekosten in die Sozialhilfe, in das Gesundheitssystem und in die Pflege. Soziale Unternehmen sichern Teilhabe gerade für jene Gruppen, die am Arbeitsmarkt strukturell benachteiligt werden: Frauen, ältere Arbeitsuchende, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Menschen mit Migrationsgeschichte. Lange andauernde Arbeitslosigkeit geht zudem mit geringerer politischer Teilhabe einher und schwächt das Vertrauen in die Demokratie.
Investitionen in aktive Arbeitsmarktpolitik sind damit zugleich Investitionen in Gleichstellung, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Weil Verantwortung sich rechnet.
Mehr zur gesellschaftlichen Wirkung Sozialer Unternehmen
Wie sichern Soziale Unternehmen Fachkräfte?
Bis 2029 fehlen in Österreich rund 50.000 Fachkräfte mittlerer Qualifikation. Während Branchen wie Pflege, Gastronomie und Handwerk Personal suchen, bereiten Soziale Unternehmen genau jene Menschen auf diese Lücke vor, die bislang keinen Zugang fanden. Sie qualifizieren Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss arbeitsnah, stabilisieren ihre Beschäftigungsfähigkeit und ebnen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine weiterführende Lehre.
So werden aus Menschen, die als arbeitsmarktfern gelten, Arbeitskräfte, die der Wirtschaft fehlen. Weil Verantwortung sich rechnet.
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Welchen Mehrwert bringen Soziale Unternehmen in die Regionen?
An knapp 500 Standorten in ganz Österreich sind Soziale Unternehmen Teil der regionalen Infrastruktur. Neun von zehn Beschäftigungsbetrieben bieten Produkte und Dienstleistungen mit regionalem Mehrwert. Sie schaffen Arbeitsplätze, die ortsgebunden und krisensicher sind, sichern Versorgung dort, wo der nächste Ballungsraum eine Stunde entfernt liegt, und halten Kaufkraft in den Gemeinden. Das Stadtrad Innsbruck, von der gemeinnützigen WAMS im öffentlichen Auftrag gewartet, verbindet ökologische Mobilität mit Beschäftigung, und in Markt Allhau führt der Verein vamos die Post-Partner-Stelle der Region als kaufmännischen Lernort.
Wo Soziale Unternehmen arbeiten, bleibt Wertschöpfung in der Region. Weil Verantwortung sich rechnet.
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Wie verbinden Soziale Unternehmen Beschäftigung mit Kreislaufwirtschaft?
Rund ein Drittel der Sozialen Unternehmen im Netzwerk von arbeit plus arbeitet in der Kreislaufwirtschaft. Sie sammeln und sortieren Alttextilien, reparieren Elektrogeräte, betreiben Sozialmärkte und Re-Use-Shops und schaffen dabei Beschäftigung für Menschen mit Vermittlungshemmnissen. In Hohenems sortiert carla Tex als einziges Vollsortierwerk Österreichs jährlich über 1.500 Tonnen Gebrauchtkleider, von denen rund 60 Prozent als Bekleidung in den Kreislauf zurückkehren, und liefert damit eine Antwort auf die seit 2025 EU-weit verpflichtende getrennte Textilsammlung.
Ökologische Leistung, Beschäftigung und Wertschöpfung im Inland greifen hier ineinander. Weil Verantwortung sich rechnet.
Mehr zur Kreislaufwirtschaft Sozialer Unternehmen
Wie erfolgreich integrieren Soziale Unternehmen Menschen in den Arbeitsmarkt?
Die Vermittlung in den ersten und zweiten Arbeitsmarkt lag 2024 bei rund 38 Prozent, davon gelang 34 Prozent der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Diese Quote entsteht unter erschwerten Bedingungen, denn die zugewiesenen Menschen sind oft mit mehreren Problemlagen zugleich konfrontiert. Das Bildungszentrum Salzkammergut in Ebensee, das langzeitarbeitslose Menschen in der Salzabfüllung für die Salinen Austria qualifiziert, erreicht rund 40 Prozent Vermittlung in einer strukturschwachen Region.
Begleitete Beschäftigung führt Menschen zurück, die der Arbeitsmarkt abgeschrieben hatte. Weil Verantwortung sich rechnet.
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Was leisten Soziale Unternehmen über die reine Vermittlung hinaus?
Bevor eine Vermittlung gelingt, kehrt zuerst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück. Soziale Unternehmen stabilisieren die Lebenssituation, stärken Selbstwert, gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit und durchbrechen so die Verfestigung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit. Die Unternehmen selbst benennen die stärksten Wirkungen in dieser Reihenfolge: zuerst Selbstwert und Teilhabe, dann berufliche Qualifikation und Einkommen. Auch die Aufnahme einer Aus- oder Weiterbildung zählt als Erfolg, weil sie die Chance auf dauerhafte Integration erhöht.
Diese Stabilisierung ist die Grundlage, auf der jede spätere Vermittlung aufbaut. Weil Verantwortung sich rechnet.
Mehr zur Wirkung Sozialer Unternehmen über die Vermittlung hinaus
Wo finde ich Soziale Unternehmen in meiner Region?
Die Datenbank Sozialer Unternehmen von arbeit plus verzeichnet die Betriebe an knapp 500 Standorten und lässt sich nach Bundesland, Branche und arbeitsmarktpolitischem Angebot filtern. Wer einen Betrieb der Kreislaufwirtschaft sucht, ein Qualifizierungsangebot oder eine gemeinnützige Überlassung, findet dort die passende Anlaufstelle.
Zur Datenbank Sozialer Unternehmen
Die aktuellen Zahlen zu Arbeitslosigkeit und Langzeitbeschäftigungslosigkeit aktualisiert arbeit plus monatlich.
Zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung
Soziale Unternehmen sind systemrelevante Partner der österreichischen Arbeitsmarktpolitik. Sie bringen Menschen in Beschäftigung, sichern Fachkräfte, stärken die Regionen und führen einen großen Teil der öffentlichen Investitionen zurück. arbeit plus fordert daher, die aktive Arbeitsmarktpolitik zu priorisieren und Soziale Unternehmen langfristig abzusichern. Weil Verantwortung sich rechnet.
Die 7 Gründe als PDF herunterladen
Quellen und Hintergrund
Die Angaben auf dieser Seite beruhen auf Daten und Analysen von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich sowie auf unabhängigen wissenschaftlichen Quellen:
- arbeit plus, 7 Gründe für Investitionen in SÖBs und GBPs (2026)
- arbeit plus, Wirkungsbericht 2025 „Weil Verantwortung sich rechnet”
- Rauscher, Schober, Burger: Studie zum gesellschaftlichen Mehrwert der 27 sozialintegrativen Unternehmen in Niederösterreich mittels SROI-Analyse (WU Wien, NPO & SE Kompetenzzentrum, 2016)
- IHS, Evaluierung der Aktion 20.000; Evaluierung der Arbeitsplatzgarantie Marienthal
- WIFO, Analyse zum Fachkräftebedarf mittlerer Qualifikation
Herausgeber: arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich. Stand: Juni 2026.

