Green Jobs als Chance!

Anlässlich der AMS-Pressekonferenz vom 05. Juni fordern arbeit plus und Re-Use Austria Kooperationsprojekte und eine zusätzliche Finanzierung durch das Klimaministerium für Soziale Unternehmen.

Just Transition, Kreislaufwirtschaft, Green Jobs – Begriffe die in aller Munde sind. Für Jobs und Menschen heißt das, dass Arbeitsplätze in Branchen und Bereichen gefragt sind, die sich auf Umweltschutz, Nachhaltigkeit und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft konzentrieren. 

Soziale Unternehmen als Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft

Insbesondere in den Bereichen Repair und ReUse spielen Soziale Unternehmen in Österreich eine wichtige Rolle. Unternehmen wie die Carla in Vorarlberg (Textilsortierung), Bicycle in Graz (alles rund ums Fahrrad) oder das DRZ und JobTransFair im Rahmen des Baukarussels (Aufbereitung von Baumaterialien) in Wien leisten neben ihrem arbeitsmarktpolitischen Auftrag, insbesondere langzeitarbeitslose Menschen beim (Wieder)einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, einen wichtigen Beitrag zu ökologischer Nachhaltigkeit. Zudem sind sie mit ihrer Expertise im Bereich Re-Use ein zentraler Kooperationspartner der (Kreislauf)Wirtschaft. 

Ein gutes Drittel der Sozialen Unternehmen von arbeit plus sind in der Kreislaufwirtschaft tätig. Sie bieten Re-Use-Sammlung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Altkleidersammlung und -verwertung, Secondhandverkauf, Sachspendenbewirtschaftung, Reparaturdienstleistungen, Räumungen, Grünraumbewirtschaftung oder Sammlung und Upcycling von Wertstoffen an“, so Sabine Rehbichler, Geschäftsführerin von arbeit plus Österreich. „Das trägt bereits jetzt zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels UND zum Klimaschutz bei und hat noch mehr Potenzial, auch um benachteiligte Menschen zu beiden Themen zu sensibilisieren“, so Rehbichler weiter

Beitrag Sozialer Unternehmen zum Klimaschutz nicht ausreichend gefördert

Trotz ihrer wichtigen Rolle für Klimaschutz UND Arbeitsmarkt werden Soziale (Kreislaufwirtschafts-) Unternehmen nach wie vor hauptsächlich von arbeitsmarktpolitischer Seite gesteuert und gefördert. Obwohl Soziale Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft laut Regierungsprogramm gestärkt werden sollen, ist aufgrund der Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik in der aktuellen Situation mit einem Finanzierungsrückgang zu rechnen“, betont Matthias Neitsch, Geschäftsführer von Re-Use Austria. „Die bestehenden Fördermodelle müssen den arbeitsmarktpolitischen UND den kreislaufwirtschaftlichen Erfordernissen der Betriebe angepasst werden.“

Zwar gibt es einige vielversprechende Initiativen der Arbeitsmarktpolitik, aber die Zeit drängt. Wird nicht rasch zusätzliche Finanzierung zur Verfügung gestellt, steht eine massive Schwächung dieser Sozialen Unternehmen im Raum, bis hin zur Schließung ganzer Geschäftsbereiche. Darin sind sich beide Verbände einig.

Daher müssen bestehende Modelle der aktiven Arbeitsmarktpolitik mit der Kreislaufwirtschaftspolitik verzahnt, weiterentwickelt und mit zusätzlichen Mitteln aus dem Klimaressort gefördert werden. 

Konkret braucht es jetzt: 

1) Neue Fördermodelle für Soziale Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft, an denen sich auch das Klimaressort beteiligt; 

2) Qualifizierungen in der Kreislaufwirtschaft & Green Jobs, die an die Bedürfnisse von langzeitarbeitslosen Menschen angepasst sind (Teilqualifizierungen, modulare Ausbildungen, lernen am Arbeitsplatz);

3) Längere Verweildauern von Auszubildenden in den Sozialen Betrieben, um durch individuelle Betreuung und modulare Qualifizierung einen Neuanfang für Langzeitarbeitslose Menschen im Zukunftsfeld der Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

Rückfragehinweise:

Mag.a Christine Newald, MA

T: + 43 677 61058302