Innovation Lab: Das war die Aktion 20.000 – wie weiter?

Mittwoch, 22. Jänner 2020, 18:00 
SCHÖN&GUT, Preßgasse 28, 1040 Wien 
Eintritt frei, begrenzte Teilnehmer*innenzahl
Anmeldung bis spät. 19. Jänner 2020 unter office@arbeitplus.at 

Wir von arbeit plus verstehen Innovation Labs als offene Denk- und Experimentierräume rund um das Thema Arbeit. Ziel ist es, Soziale Unternehmen mit arbeitsmarktpolitischen Akteur*innen zu vernetzen und durch die Förderung von organisationsübergreifender Zusammenarbeit, soziale Innovationen zum Blühen zu bringen. Besonders laden wir auch alle Mitarbeiter*innen Sozialer Unternehmen ein, sich im Rahmen der Innovation Labs mit relevanten Themenstellungen auseinanderzusetzen und ersuchen die Unternehmensvertreter*innen, die Einladung gerne an ihre Teams weiter zu leiten.  arbeit plus hat in Kooperation mit der Arbeiterkammer Teilnehmer*innen der Aktion 20.000 befragt, welche Auswirkungen die arbeitsmarktpolitische Maßnahme für Langzeitarbeitslose 50+ auf ihr Leben hatte.

Gemeinsam mit der Filmemacherin Emée Soulcié und Gernot Mitter (AK) freuen wir uns, diese Videos zu präsentieren. Die Arbeiterkammer Wien hat mit der „Chance 45“ eine mögliche Folgevariante entwickelt, das im Rahmen des Innovation Labs von Simon Theurl (AK Wien) vorgestellt wird. Ein Vorstandsmitglied von arbeit plus berichtet von den Chancen, die sich für die Sozialen Unternehmen durch öffentlich geförderte Beschäftigung eröffnen. Danach laden wir herzlich zur offenen Diskussion, moderiert von Clara Moder, Grundlagenarbeiterin von arbeit plus, sowie zur Vernetzung bei Käse und Wein!

Hintergrund:

Das Sozialministerium veröffentlichte Mitte Dezember 2019 die > Studie zur Wirksamkeit der Aktion 20.000. Die gesamte Evaluierung durch prospect ist hier (öffnet in neuem Tab)“>>hier nachzulesen.

Die Aktion 20.000 war ein einzigartiges Angebot für ältere Langzeitbeschäftigungslose, deren Potential durch das vorzeitige Ende ungenutzt blieb. Sie wurde laut Studie vom AMS begrüßt, da sie ein Angebot für eine Gruppe darstellte, für die ansonsten keine Angebote zur Verfügung standen. Insgesamt wären rund 75.000 Personen förderbar gewesen – mit 3.824 Teilnehmer*innen wurde das Potential nur zu 5% genutzt.

In Hinblick auf arbeitsmarktpolitische Faktoren ist die Aktion 20.000 ein Erfolg: rund ein Drittel der Teilnehmer*innen waren drei Monate nach Ende der Förderung in ungeförderter Beschäftigung, knapp 4% in geförderter Beschäftigung und 1,7% in Qualifizierung. In Summe ist das eine „positive Arbeitsmarktpositionierung“ für 37,3% aller Teilnehmer*innen zum Stichtag.

Bemerkenswert in der Befragung der Teilnehmer*innen ist die extrem hohe Zustimmung dazu, dass die Menschen „begeistert sind, endlich wieder arbeiten zu können“. 90% sowohl der Teilnehmer*innen als auch der Abbrecher*innen stimmen dieser Aussage zu. Die Teilnehmer*innen erachteten ihre Tätigkeit als persönlich sinnstiftend und auch gesellschaftlich sinnvoll. Besonders wirkungsvoll wurde die Teilnahme in Hinblick auf berufliche Weiterentwicklung wahrgenommen.

Langzeitbeschäftigungslose Menschen über 50 Jahre haben de facto keine Arbeitsmarktintegrationschancen mehr. Deshalb braucht es gezielte Angebote, um gesellschaftliche Bilder zu korrigieren und Potentiale und Können von älteren Menschen zu nützen.

Angesichts des hohen Beschäftigungspotentials im gemeinnützigen und öffentlichen Sektor sollte für eine Neuauflage des Programmes dieser Aspekt unbedingt berücksichtigt und ebenso Beschäftigung im privaten Sektor ermöglicht werden. Besonders wichtig für eine Weiterführung ist ein differenziertes Fördermodell (degressives Lohnkostenzuschussmodell), langfristige Beschäftigungsoptionen, begleitende Qualifizierung sowie ein gutes Matching von Teilnehmer*innen und Dienstgeber*innen.

arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich hat – In Kooperation mit der Arbeiterkammer – gemeisam mit Filmemacher*in Emée Soulcié Teilnehmer*innen der Aktion 20.000 dazu befragt, wie sich die Initiative für Arbeitsuchende 50+ tatsächlich auf ihr Leben ausgewirkt hat.

Die Beispiele zeigen eindrücklich: für die Teilnehmer*innen war das „Ja“, das sie im Rahmen der Aktion gehört hat, der Startschuss zurück in ein erfolgreiches (Arbeits-)leben, das ihnen Wertschätzung und soziale Teilhabe ermöglicht.

Mit ihrer Tätigkeit bei pro mente OÖ leistet Christine Paulus einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und stellt unter Beweis, wie wertvoll und wirksam Programme für ältere Langzeitarbeitslose sind. Clemens Sillaber begann im Rahmen der Aktion 20.000 beim Sozialökonomischen Betrieb der Caritas – SÖB zu arbeiten und ist nunmehr bei magdas RECYCLING beschäftigt. Das Soziale Unternehmen sammelt, sortiert, refurbished und recycled umweltgerecht Jahr für Jahr knapp 500.000 alte Handys aus der Sammlung der Ö3-Wundertüte – somit nicht nur ein persönlicher, sondern auch ein arbeitsmarktpolitischer und ökologischer Erfolg!

Im ersten Innovation Lab 2020, das am 22. Jänner im SCHÖN&GUT Social Concept Store stattfindet, stellen wir weitere Videos vor und beschäftigen uns – in Kooperation mit der Arbeiterkammer – mit möglichen Folgekonzepten.