Langzeitarbeitslosigkeit

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Themenpapier Langzeitarbeitslosigkeit (Stand: 18. Oktober 2017)

Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 2011 und 2016 zeichnet sich 2017 eine leichte Trendwende ab. Der aktuelle Aufschwung reicht zwar aus, um die Arbeitslosigkeit zu senken, bei langzeitarbeitslosen Menschen kommt er jedoch nur abgeschwächt an.

Lange dauernde Erwerbsarbeitslosigkeit betrifft mittlerweile immer mehr Menschen: 2016 galten schon mehr als ein Drittel aller arbeitssuchenden Menschen als langzeitbeschäftigungslos. Ihre Situation ist oft von Hoffnungslosigkeit und Perspektivenlosigkeit geprägt. Wir fordern einen Kurswechsel, der allen Menschen Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglicht. Dazu braucht es nicht nur dauerhaft geförderte Arbeitsplätze in Sozialen Unternehmen, sondern auch die Wiederentdeckung der Arbeitszeitverkürzung als Instrument der Arbeitsmarktpolitik.

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Lange dauernde Arbeitslosigkeit 
ist für alle Seiten ein Problem

Die Sozialen Unternehmen wissen aus Erfahrung: Lange andauernde Arbeitslosigkeit macht die betroffenen Menschen krank, arm und verzweifelt. Erwerbsarbeitslosigkeit ist eine der größten Armutsfallen und je länger sie dauert, desto größer ist die Gefahr, in Armut abzurutschen. Bei zunehmender Dauer werden auch Qualifikationen und Berufserfahrungen entwertet und die Hürden für den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben immer höher.

Doch lange dauernde Erwerbsarbeitslosigkeit wird nicht nur von den betroffenen Menschen als Problem wahrgenommen. Sie kommt aufgrund der steigenden Abhängigkeit von Transferleistungen auch den Sozialstaat teuer zu stehen und trägt zur Krise der Demokratie bei. Denn langzeitarbeitslose und benachteiligte Menschen machen deutlich seltener von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Ihre Stimmenthaltung ist die letzte Konsequenz, des von Ihnen permanent gespürten Gefühls nicht mehr zur Gesellschaft dazu zu gehören.

Jede dritte erwerbsarbeitslose Person 
ist langzeitbeschäftigungslos

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: War 2013 nur jede fünfte erwerbsarbeitslose Person langzeitbeschäftigungslos, so war es 2016 bereits jede dritte. Wir sind überzeugt, dass Langzeitbeschäftigungslosigkeit nicht zu einem Massenphänomen werden darf. Denn Menschen mit geringen Jobchancen keine nachhaltige Perspektive am Arbeitsmarkt aufzuzeigen hieße, sie im Stich zu lassen.

Förderungen für Arbeitsmarktpolitik 
fließen wieder an den Staat zurück

Jeder Euro an Fördergeldern, der für neue, innovative und nachhaltige Beschäftigungsmodelle verwendet wird, ist gut investiert und fließt über Steuern innerhalb weniger Jahre wieder an den Staat zurück. (vgl. FISCACTIVE Group 2016)

Dazu kommt: Eine existenzsichernde Erwerbsarbeit ist zentral, um Menschen Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Das Recht auf Arbeit ist ein Menschenrecht. Wenn Österreich dieses ernst nehmen will, muss die Regierung sinnvolle und nachhaltige Angebote für jene Personen entwickeln, die am Arbeitsmarkt keine Chance erhalten.

Soziale Unternehmen unterstützen 
Betroffene beim Wiedereinstieg

Soziale Unternehmen spielen bei der nachhaltigen Integration von langzeitbeschäftigungslosen Menschen am Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Durch Beschäftigung, Beratung und Qualifizierung dienen sie Menschen, die durch den Arbeitsmarkt benachteiligt werden, als Sprungbrett zurück ins Erwerbsleben.

Neben einer ausreichenden Finanzierung für diese Aufgabe fordert arbeit plus deshalb auch verbesserte Rahmenbedingungen für Soziale Unternehmen: Mehr unternehmerische Freiheit sowie die gezielte Vergabe öffentlicher Aufträge an Soziale Unternehmen würde diesen – und damit auch arbeitssuchenden Menschen – enorm viel bringen.

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