Aktivierende Arbeitsmarktpolitik

Für die aktivierende Arbeitsmarktpolitik steht nicht der Mangel an (geeigneten und existenzsichernden) Arbeitsplätzen im Zentrum, sondern die angeblich fehlende Arbeitsbereitschaft der betroffenen Menschen. Diese Sichtweise führe in den vergangenen Jahrzehnten zu einer stetigen Erhöhung des Drucks auf arbeitslose Menschen. Der Zugang zu Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung wurde erschwert, Sanktionsmöglichkeiten wie die Sperre des Arbeitslosengeldes ausgebaut und die Zumutbarkeitsbestimmungen für die Vermittlung zu einem neuen Arbeitsplatz verschärft.

Dieser erhöhte Druck führt in vielen Fällen nicht ans gewünschte Ziel, da die aktivierende Arbeitsmarktpolitik nicht auf eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration arbeitsloser Menschen abzielt, sondern auf kurzfristige Vermittlung mit Unterstützung durch kurzfristige Maßnahmen mit geringer Intensität. Auf diese Weise sollte die Dauer zwischen dem Beginn und dem Ende der Arbeitslosigkeit verkürzt werden. Der erhöhte Druck auf arbeitslose Menschen führt in vielen Fällen jedoch zu einer weiteren Verbreitung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, da die betroffenen Menschen verstärkt in den unsicheren Niedriglohnsektor gedrängt werden.

Aktive versus aktivierende Arbeitsmarktpolitik

Aktivierende Arbeitsmarktpolitik

Weitere Informationen

  • Karin Scherschel, Peter Streckeisen, Manfred Krenn (Hg.) (2012): Neue Prekarität. Die Folgen aktivierender Arbeitsmarktpolitik – europäische Länder im Vergleich (Campus Verlag)