„Arbeitslosigkeit steigt bei Menschen über 50 stärker an als bei Jüngeren“

„In den Oberösterreichischen Nachrichten war am 14.10. die Aussage von IV-Generalsekretär Neumayer zu lesen: „Ältere gemeinsam länger im Arbeitsprozess zu halten, ist wegen des zunehmenden Fachkräftemangels unerlässlich.“ Und weiter: Viele Betriebe hätten das längst erkannt.

Der erste Teil der Aussage ist zweifelsfrei richtig und zeugt von einer strategisch richtigen Einschätzung der zukünftigen Anforderungen an die Betriebe. Dass die Betriebe das längst erkannt hätten ist meines Erachtens allerdings zweifelhaft: Zwar steigt die Anzahl der Beschäftigten der Generation 50 plus, jedoch überwiegend nicht aufgrund der Beschäftigungspolitik der Unternehmen, sondern durch demografische und pensionsrechtliche Veränderungen.

Insgesamt haben rund 40% aller Betriebe ab 20 Beschäftigten nur sehr wenige (unter 5% der MitarbeiterInnen) oder gar keine ArbeitnehmerInnen über 55 Jahren in Beschäftigung und 20% dieser Betriebe beschäftigen gar keine ArbeitnehmerInnen über 55 Jahren längerfristig.

Tatsache ist: Die Arbeitslosigkeit steigt bei der Gruppe der Menschen über 50 Jahren viel stärker an wie bei den Unter-50-Jährigen. Im September beträgt der Zuwachs im Vorjahresvergleich bei den Unter-50-Jährigen 9,6 Prozent, bei den Über-50-Jährigen 15,7 Prozent. (Quelle: AMS-Statistik September 2014).“

Mag. Josef Pürmayr, Geschäftsführer Sozialplattform OÖ

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